Ich singe, weil ich ein Lied hab

Musik und Text

Konstantin Wecker
Konstantin Wecker,
Spanischer Text: Victor Heredia

Abdruckrechte

Discoton Musik-Edition GmbH

Hörbeispiel

Wecker & Wader: Kein Ende in Sicht, 2010

Live 1993, mit Pippo Pollina

Studio 1978

Live 1975

Er war Sänger, wie andere Bäcker
oder Handelsvertreter sind.
Er verkaufte sehr gut, denn er hielt sich
an die Sonne, den Mond und den Wind.
Seine Welt war so herrlich gerade,
seine Hemden so weiß und so rein,
und er sang sich, ganz ohne zu zögern,
in die Seele des Volkes hinein.

Doch ganz plötzlich befiel ihn das Singen,
wie einen ein Fieber befällt,
so als hätte sich irgendwas in ihm
gegen ihn gestellt.
So als hätte sich seine Stimme
über ihn hergemacht
und das stumme Gestammel des Sängers
plötzlich zum Schweigen gebracht.

Ich singe, weil ich ein Lied hab,
nicht, weil es euch gefällt.
Ich singe, weil ich ein Lied hab,
nicht, weil ihr´s bei mir bestellt.
Ich singe, weil ich ein Lied hab.

Es gab viele, die hatten bis dato
ihr tägliches Brot an ihm,
und sie sahen die Sangesmaschine
aus ihren Fängen entfliehen.

Und die Mädchen verließen den Sänger,
und der Ruhm stieg dem nächsten ins Haupt,
und es wurde ihm einfach alles,
was früher für ihn war, geraubt.

Und so trug man den Sänger zu Grabe,
und ein neuer stieg lächelnd ins Land.
Er verkaufte sehr gut, denn er hatte
sich besser in der Hand.

Nur von weitem und etwas verschwommen,
schon zu leise, um noch zu bestehn,
sucht ein Lied sein Recht zu bekommen,
denn man kann es schon nicht mehr verstehn.

Ich singe, weil ich ein Lied hab,
nicht, weil es euch gefällt.
Ich singe, weil ich ein Lied hab,
nicht, weil ihr´s bei mir bestellt
Ich singe, weil ich ein Lied hab,
nicht weil ihr mich dafür entlohnt..
Ich singe, weil ich ein Lied hab,
und keiner, keiner, keiner wird von mir geschont.
Ich singe, weil ich ein Lied hab.


Liveaufnahme 1975 auf CD Das pralle Leben (1997) und auf CD Meisterstücke (2001)


Yo canto porque tengo vida

Fue cantante como oltros profetas
o tenderos de una calle gris,
y vendia muy bien sus canciones
con promesas de un mundo feliz
y cantaba con honestidad
y tocaba con sinceridad
y por eso a la gente del pueblo
le gustaba escucharlo cantar
mas enctonces le impuso ese amor
una duda tan fuerte y atroz,
que contraria a su buen corazon
puso en el una contradicion
una nube manchando su cielo
su coraje y su sinceridad
descubrio que cantar es terrible
si se piensa en vender nada mas.

Yo canto porque tengo vida
y no para agradarle a usted
yo canto porque tengo vida
y munca a pedido de usted,
yo canto porque tengo vida ...

Hubo muchos que bien se ganaron
con canciones, su techo y su pan
mas de pronto las musas se fueron
y no habran de cantar nunca mas
las muchachas dejaron de amar
los poemas del viejo cantor
y le ha sido robado aquel sol
que el sozaba desde su cancion
y asi fue que ya muerto el cantante
otro nuevo subio al pedestal,
y vendia mejor pues sabia
donde estaban las musas y el sol,
mas de lejos se escucha una voz
temblorosa intentando volver,
el derecho la impulsa a cantar,
la razon y una nueva verdad.

Yo canto porque tengo vida
y no para agradarle a usted,
yo canto porque tengo vida
y nunca a pedido de usted,
yo canto porque tengo vida
y no por temor a morir,
yo canto porque tengo vida
y a nadie, a nadie, a nadie yo protegere,
yo canto porque tengo vida.


Wörtliche Übersetzung des Textes von Heredia:

Er war Sänger wie andre Propheten
oder Händler in der grauen Stadt.
Seine Lieder voller Versprechen
einer glücklichen Welt verkaufte er gut.
Sein Gesang war so ehrlich,
sein Spiel so aufrichtig,
und deshalb gefiel es den Leuten,
seinen Liedern zuzuhören.
Doch dann pflanzte die Liebe in ihm
einen Zweifel so grausam und stark.
Und trotz seines gütigen Herzens
sah er, daß das Singen schlecht ist,
wenn man nur verkaufen will.

Ich sing, denn ich bin voller Leben,
nicht, weil ich Dir gefallen will.
Ich sing, denn ich bin voller Leben,
nicht, weil Du mich hören willst.
Ich sing, denn ich bin voller Leben ...

Ihr Dach und ihr Brot haben viele
mit Liedern sich einfach verdient.
Doch dann gingen die Musen und seither
verstummte ihr Gesang für immer.
Die Mädchen wollen die Lieder
vom alten Sänger nicht mehr hören.
Und die Sonne, von der sein Lied träumte,
wurde ihm gestohlen.
So betrat, als der Sänger schon tot war,
ein Neuer sein Postament.
Der verkaufte noch besser, denn er wußte,
wo die Musen waren und wo die Sonne.

Doch von ferne ertönt eine Stimme,
zitternd sucht sie den Weg zurück.
Weil sie recht hat, versucht sie zu singen
von neuer Wahrheit und der Vernunft.

Ich sing, denn ich bin voller Leben,
nicht, weil ich Dir gefallen will.
Ich sing, denn ich bin voller Leben,
nicht, weil Du mich hören willst.
Ich sing, denn ich bin voller Leben,
und nicht aus Angst vor dem Tod.
Ich sing, denn ich bin voller Leben,
nehme niemanden, niemand in Schutz.
Ich sing, denn ich bin voller Leben.

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