Sei brav, Lilly

Erstveröffentlichung

Liebeskonzil (1988)

Musik und Text

Konstantin Wecker
Konstantin Wecker

Abdruckrechte

Konstantin Wecker

Und draußen war der Himmel doch so blau.
Es roch nach Sommer, Tanz und Spiel.
Und doch, ich weiß es ganz genau,
daß ich in eine tiefe Kälte fiel.

Sei brav, Lilly,
das geht vorbei.
Es tut nicht weh, Lilly,
das muß so sein.
Sei brav, Lilly,
tu was er will.
Laß sein, Lilly,
halte still.

So viele Sommer stehen mir noch offen.
Ich dummes Lamm war zu geduldig.
Das hab ich nun vom Beten und vom Hoffen:
Mir ist der Himmel noch ein Leben schuldig.

Sei brav, Lilly,
das geht vorbei.
Es tut nicht weh, Lilly,
das muß so sein.
Sei brav, Lilly,
tu was er will.
Laß sein, Lilly,
halte still.


Dieses Lied schrieb Konstantin Wecker für die Aufführung "Das Liebeskonzil" (Oskar Panizza, Schiller-Theater Berlin, Premiere 31.12.1988). Lilly erinnert sich in diesem Lied im Himmel an die Vergewaltigung als Mädchen, an deren Folgen sie gestorben ist.

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