Maria verrückt nach Sünde

Erstveröffentlichung

Liebeskonzil (1988)

Musik und Text

Konstantin Wecker
Konstantin Wecker

Abdruckrechte

Konstantin Wecker

Ich bin ganz verrückt nach der Sünde.
Mich kann nur die Hölle befrein.
Verflucht alle besseren Gründe,
einmal will ich schuldig sein.

Wie kann den Himmel begreifen,
wer sich nie verlor in der Welt.
Die Frucht muß auch erst reifen,
bevor sie süß wird und fällt.

Ich bin so versessen aufs Leben,
ich bin zu allem bereit.
Und müßt ich dem Teufel mich geben:
Ich pfeif auf die Jungfräulichkeit.

Ich spür so ein Kribbeln, ein Ziehen.
Da ist etwas, was mich bewegt.
Wie könnt ich den Teufel fliehen,
wenn er mich so erregt.

Verflogen die Chimären,
es hebt sich der Jungfrau Brust:
Sollt ich noch einmal gebären,
dann gewährt mir auch vorher die Lust!

Geschrieben für "Das Liebeskonzil" (Oskar Panizza, Schiller-Theater Berlin, Premiere 31.12.1988)

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