Weckers "Pinocchio"

Kategorie

Pressespiegel

Veröffentlichungsdatum

05.06.2006

Quelle

Münchner Merkur

Autor / Interwiever

Stephan Schwarz

So viele bunte Schulranzen hatten die Garderobendamen des BR-Funkhauses wohl noch nie zu verstauen gehabt wie hier, als Konstantin Wecker, mal wieder Sänger, Komponist und Schauspieler in einem, sein Kindermusical "Pinocchio" vorstellte: Carlo Collodis Geschichte von der Holzpuppe, die, von der guten Fee zum Leben erweckt, sich nichts sehnlicher wünscht, als ein richtiger, echter Junge zu werden.
Womit knackt man das wohl anspruchsvollste und heikelste Publikum der Welt? Wecker wirft ein paar schwungvolle Melodien aufs Notenpapier und gibt damit die Antwort. Ein bisschen Filmmusik, ein wenig Oper, knackiger Rhythmus und viel Emotion, effektvoll instrumentiert von Franz Kanefzky - es funktioniert. Die Kinder verlangen nach weiteren Zugaben, obwohl sich Solisten und Rundfunkorchester schon langst in die BR-Kantine getrollt haben. Das beste Zeichen: Auf den Fluren hört man die Lieder, die eben im Sendesaal gesungen wurden, noch lange nachhallen.
Verantwortlich für die ausgelassene Stimmung: neben Konstantin Wecker, der den Part des Meister Gepetto persönlich übernahm, die Solisten der Bayerischen Theaterakademie - Adriena Krekacs als munterer Pinocchio mit akrobatischem Einsatz der Arme, Marella Martin als Fee und das Fuchs-Katze-Duo Konstantin Krisch und Nina Janke, deren Auftritt (inklusive Steppeinlage) musikalisch entfernt an das Erfolgsmusical "Cabaret" erinnerte. Federico Rossi leitete das sichtlieh gut gelaunte Münchner Rundfunkorchester mit flottem Taktstock.