Am liebsten auf der Bühne

Kategorie

Pressespiegel

Veröffentlichungsdatum

09.03.2004

Quelle

Schwäbische Zeitung

Autor / Interwiever

Bettina Fillinger

Herr Wecker, was ist Ihr Programm auf der Tournee und welche Musiker begleiten Sie?

In meinem Programm "Stationen" werde ich die letzten 30 Jahre meines Liedschaffens streifen. Ich rolle mein Leben anhand der Schallplatten, die ich gemacht habe, auf und das ist eigentlich ganz amüsant, das mal auf diese Weise zu betrachten. Ich fange an mit den allerersten, den "sadopoetischen Gesängen" (des Konstantin Amadeus Wecker - die Red.) und erzähle auch viel von den Niederlagen, die man im Laufe von solchen 30 Jahren erlebt hat. Ich werde begleitet von Jo Barnikel an den keyboards und Norbert Nagel, der sehr viele Blasinstrumente spielt. Wir bringen schon einen schönen Sound auf die Bühne.

Sie sind auch sehr politisch - woher nehmen Sie immer wieder die Kraft und den Glauben, dass sich etwas verändert?

Der Glaube, dass sich etwas verändert wird natürlich dadurch gestärkt, dass man ermutigt wird von dem kleinen Kreis, in dem man etwas bewirken kann. Natürlich hat sich die Welt nicht geändert durch meine Lieder, das habe ich auch nie zu hoffen gewagt, aber ich merke doch, dass ich Leute stärken konnte.

Sie sind ziemlich stark engagiert in der Friedensbewegung, rufen zu Demos und Aktionen auf, haben Sie dazu noch Zeit?

Ich nehme mir die Zeit, und das ist schon ein großer Inhalt in meinem Leben und wird von Jahr zu Jahr zu einem stärkeren Inhalt, weil ich der Meinung bin, dass wir einfach nicht mehr überleben können, wenn wir nicht wirklich etwas ändern. Ich hab zwei kleine Kinder und würde sie ganz gerne, wenn ich sie nicht schon in eine andere Welt entlassen kann, so doch mit meinem Idealismus versehen. Irgendwie muss es ja weiter getragen werden. .... Es wird immer mehr zu einer Herzensfrage.

Sie sind künstlerisch sehr vielseitig, als Schriftsteller, Komponist und gar als Schauspieler, warum?

Zum einen, muss ich ganz ehrlich sagen, da ist auch eine finanzielle Notwendigkeit dahinter. Seit meinem juristischen Zwischenfall vor acht Jahren ist noch nicht annähernd alles so im Lot, dass ich eine ruhige Kugel schieben könnte. Ein anderer Grund ist dass mir das, was ich mache, schon ziemlich Spaß macht. Also ich spiele schon mal gerne eine Rolle ... Aber am schönsten ist es für mich nach wie vor auf der Bühne zu stehen.