Gefühlsmusik für einen Holzkopf

Kategorie

Pressespiegel

Veröffentlichungsdatum

05.08.2003

Quelle

Die Bremer Nachrichten

Autor / Interwiever

Vera Jansen

Christian Berg und Konstantin Wecker brachten in Cuxhaven "Pinocchio" auf die Bühne

Der langnäsige "Pinocchio" ist seit Freitag auch Star eines Kinder-Musicals. In einer bunten, lustigen und mit einfühlsamer Musik untermalten Inszenierung feierte der Kinderbuchklassiker von Carlo Collodi (Italien) in Cuxhaven als Musical Uraufführung. Die Kinder im voll besetzten Theater gingen begeistert mit und ließen sich von "Pinocchio" mitreißen in eine Welt der Fantasie.Regisseur Christian Berg spielt zugleich die Hauptrolle der lebenden Holzfigur. "Die Hoffnung ist der Dreh- und Angelpunkt der Dynamik dieser Holzpuppe", sagt der 37 Jahre alte Theatermacher. "Pinocchio hat Mut, Freude am Leben und steht immer wieder auf." Berg, der seit einigen Jahren mit seinen Kinder-Musicals wie "Jim Knopf und Lucas der Lokomotivführer", "Petterson und Findus" und "Das Dschungelbuch" in ganz Deutschland die Kinder begeistert, ist seinem Stil treu geblieben. Die kleinen und großen Zuschauer werden aktiv in das Geschehen auf der Bühne einbezogen 96 Mitklatschen und Mitsingen gehört für Berg einfach dazu. "Je begeisterter die Kinder sind, desto mehr lassen sich die Eltern und Großeltern mitreißen, wieder Kind zu sein", sagt er. Die Musik zu "Pinocchio" hat erneut sein Freund Konstantin Wecker geschrieben. Der Liedermacher reiste zum Komponieren nach Italien, um sich in der Heimat "Pinocchios" inspirieren zu lassen. "Es ist die schönste Musik, die er je für mich geschrieben hat", sagt Berg. Aus Weckers Feder entstand passend zu den Szenen eine einfühlsame Musik mit zum Teil poetischen Texten. "Das hat meine italienische Seele geweckt", sagt Wecker, der nach eigenen Angaben als Sohn eines Tenors mit der italienischen Oper aufgewachsen ist. Ein bisschen italienische Folklore, ein bisschen Oper, "eine Musik, die ans Herz geht". Das Musical "Pinocchio" spielt in seinem Ursprungsland in der Zeit des 19. Jahrhunderts. Ausdrucksstark singt Miriam Dusza in der Rolle der Fee, die die Holzpuppe zum Leben erweckt und ihren Werdegang mit all den Kapriolen und Eskapaden überwacht. Ralph Aschhoff als Gepetto spielt den liebevollen, sich sorgenden Vater "Pinocchios". Als beide sich nach langer Suche endlich wiederfinden, singt die Fee den emotional starken Song: "Danke Papa und ich hab91 Dich lieb" 96 eine Hommage an die Väter. "Pinocchio" wird noch 15 Mal im Rahmen des Sommertheaters in Cuxhaven zu sehen sein. Vom 20. November an geht das Musical bis Ende April 2004 auf große Deutschlandtournee. Start ist in Potsdam und Berlin, den Schluss bilden zwei Aufführungen in München. Christian Berg hat nach "Pinocchio" noch weitere Pläne. "Peter Pan" reize ihn, sagte er. Zudem möchte er mehr Zeit für seine Familie haben. Sein Sohn Matthäus, zwei Jahre alt, sei sein größter Fan. Für ihn, der sich mit manchen Buchstaben und Worten noch etwas schwer tut, ist Papa momentan nur "Manocchio".