K. Wecker - Ein Poet macht wach

Kategorie

Pressespiegel

Veröffentlichungsdatum

09.08.2003

Quelle

Die Kärntner Tageszeitung

Autor / Interwiever

Claudia Grabner

"Schwermut ist die kleine Schwester des Glücks", definiert Konstantin Wecker - und baut mit seiner Poesie die Brücke, um das Denken zu wagen. Ein Abend mit Tiefgang in Finkenstein.

FINKENSTEIN. Italophil sei er; das sei er immer schon gewesen; in seiner Jugend riss er aus - gen Süden; weit kam er damals nicht; heute lebt Konstantin Wecker mehrere Monate des Jahres in "seinem" Italien - und ist auf dem Weg dorthin über Kärnten mit seinem italienischen Flair gestolpert.
Seit Jahren macht er im Sommer bei uns Halt, ruft zum Konzert auf die Burgarena Finkenstein - und sie alle, alle kommen. Gäbe es eine Steigerung von "ausverkauft": am Donnerstag wäre dies der Fall gewesen. Bis zum Klavier "stapelten" sich seine Fans.
Fans, die den "Denker", die den "Botschafter", die den "Poeten" Konstantin Wecker ebenso lieben wie sein Spiel, das Musik zur friedlichen Waffe macht. Zur Waffe der Rebellion im Kampf gegen Inhumanität, gegen den Wahnsinn dieser Welt.
Poetisch wie man ihn selten erlebt hat, wühlte Wecker die Masse auf. Und gestand: "Meine Lieder sind schon immer klüger gewesen als ich. Da der Texter. Dort der Mensch, der damals die beiden Pole nicht aufeinander brachte." War es der Sternenhimmel, war es das Grillenzirpen, das Konstantin Wecker Bilanz ziehen ließ? Eine Rückschau, die den Bogen von seiner "sadopoetischen" Phase (damals, als er um die 20 war) bis zum weisen Goetheverehrer spannte. Wecker - schwermütig, fordernd, subtil, einsichtig, und in seinem Aufwecken grob und zärtlich.