Ein fantastischer Abend

Kategorie

Pressespiegel

Veröffentlichungsdatum

23.09.2003

Quelle

Neckar-Expreß

Einen fantastischen Abend mit einem repolitisierten Konstantin Wecker gab es am Samstag im restlos ausverkauften Schießhaus. Der Liedermacher und Autor las auf Einladung des "Bündnis gegen den Irak-Krieg und für globale Gleichheit" hin aus seinem neuen Buch "Tobe, zürne, misch dich ein!" - Widerreden und Fürsprachen bezüglich des Irak-Kriegs. Wecker, der vor dem Angriff der Amerikaner das Land im Nahen Osten mit weiteren Künstlern bereist hatte, rief zur Verweigerung auf. Zur Verweigerung gegen Konsumterror und erzwungene Anpassung. Provokativ wie immer griff Wecker auch die Medien an, die in den häufigsten Fällen in dubiose Machenschaften verwickelt seien. Und auch bei einer Lesung lässt es sich der große Liedermacher nicht nehmen, am Klavier einige Stücke wie "Ich singe, weil ich ein Lied hab" und "Vaterland" zum Besten zu geben. Das ist eben sein "Zugang zu den Mysterien des Lebens", wie er selbst sagt. Wecker wirkt auch diesmal wie ein aufsässiger Junge, der was zu sagen hat und nicht schweigen will, der aber dennoch emotional so fesselnd wirkt, dass es einem zugleich heiß und kalt den Rücken hinunterläuft.
slg/hel/jol