Songpoeten mit Friedensauftrag

Kategorie

Pressespiegel

Veröffentlichungsdatum

23.06.2003

Quelle

Roth Hilpoltsteiner Zeitung

Musikalisches Spektakel auf der Burg Abenberg bot eine einzigartige Atmosphäre

Konstantin Wecker und Hannes Wader faszinierten die Zuhörer - Feuertanz-Festival



ABENBERG (dg) - Zwei Tage lang bildete die Burg Abenberg die Kulisse für ein Spektakel rund um die Musik, die gegensätzlicher nicht sein konnte. Am Freitag begeisterten Konstantin Wecker und Hannes Wader, die beiden bekanntesten deutschsprachigen Liedermacher, das Publikum mit einem atmosphärisch dichten Konzert.

Am Tag darauf stimmten beim Feuertanz-Festival populäre Rockgruppen harte Töne an, durchsetzt mit mittelalterlichen Klangfarben. Gestern beschlossen dann die Kabarettisten Martin Rassau und Volker Heissmann als "Waltraud und Mariechen" die Veranstaltungsreihe.

Nostalgische Gefühle weckten Konstantin Wecker und Hannes Wader bei den über 2000 Zuhörern auf dem idyllischen Burganger, die zum großen Teil mit den Liedern der beiden Songpoeten mit politischem Einschlag aufgewachsen sind. Vor drei Jahren haben Wecker und Wader ihre Seelenverwandtschaft entdeckt und touren seither durch Deutschland.

Auf der einen Seite Konstantin Wecker, getrieben von einem unbändigen Lebenshunger. Auf der anderen Hannes Wader, der Ernsthafte, der Nachdenkliche. Doch es ist nicht nur die Musik, die eint. Mit geballter Melodie- und Wortgewalt setzt Wecker Zeichen seines politischen und sozialen Engagements. Der bekennende Pazifist verurteilt Korruptheit, den Handel mit Waffen und jede Art von Kriegsführung. Wader singt gegen die immer noch drohende Gefahr von Rechts an. Wecker und Wader sind an diesem Abend in Höchstform, schwadronieren entspannt und herzhaft fröhlich übers Älterwerden oder über die erste Liebe. Neben einigen Klassikern, wobei sich der "Willi" wegen seiner aktuellen politischen Statements als zentraler Song dieses Abends entwickelte, gab es auch eine supermoderne Fassung des "Fachmann" mit Kinderkeyboard und Hiphop-Rhythmen. Am Ende des vierstündigen Konzertabends, den Werner Schmidbauer musikalisch einleitete, zollte das Publikum den Musikern stehend Beifall. Die wiederum dankten mit einem mitreißenden "Bella Ciao".