Prominente gegen den Krieg

Kategorie

Pressespiegel

Veröffentlichungsdatum

02.02.2003

Quelle

Neues Deutschlan

Sheryl Crow

"Kriege entstehen durch Gier und sie können schlimme Vergeltungsakte zur Folge haben." Die US-Amerikanerin protestierte gegen einen drohenden Angriff auf Irak, als sie bei den 30. American Music Awards den Preis als beste Pop- und Rock-Künstlerin erhielt.

Jochen Senf

"Ich wünsche Bundeskanzler Schröder Standfestigkeit für sein "Nein!" gegen einen US-amerikanischen Kriegseinsatz. Das Veto der Deutschen ist aber von der weiteren Entwicklung abhängig. Was wird Washington für Beweise gegen Saddam Hussein vorlegen? Freilich: Warum hat man sie nicht schon längst vorgelegt? Schröders mutiges "Nein!" ist eine Prüfung für Autorität und Sinn der UNO. Die Situation kann sich sehr schnell ändern, wenn es zu einer zweiten UNO-Resolution kommt. Verhindert werden muss, dass sich Bush militärisch über die Bedenken der Völkergemeinschaft hinwegsetzt."

Nobel-Preisträger

41 US-amerikanische Nobelpreisträger haben vor einem Angriff der USA auf den Irak "ohne breite internationale Zustimmung" gewarnt. In dem Ende Januar veröffentlichten Appell heißt es: "Krieg ist durch Überraschung, menschliche Verluste und unerwartete Konsequenzen gekennzeichnet. Selbst bei einem militärischen Sieg werden die medizinischen, wirtschaftlichen, ökologischen, moralischen, geistigen, politischen und rechtlichen Folgen eines präventiven amerikanischen Angriffs der Sicherheit und dem Ansehen der USA in der Welt schaden." Der Aufruf wurde von dem Chemie-Nobelpreisträger Walter Kohn initiiert. Kohn habe versucht, alle etwa 130 US-amerikanischen Nobelpreisträger zu gewinnen. Viele seien kurzfristig nicht erreicht worden, aber nur sechs hätten ihre Unterschrift verweigert. Unter den Unterzeichnern sind auch Hans Bethe und Norman Ramsey, die die Atombombe mitentwickelt haben.

Konstantin Wecker

"Politiker, so heißt es, handeln unter strategischen und taktischen Gesichtspunkten. Das führt zu einem abstrakten Denken, bei dem Entscheidendes verdrängt wird: Nicht strategische Punkte werden bombardiert, sondern Wohnhäuser, nicht taktische Operationen werden durchgeführt - es sterben Menschen. Viele einzelne Menschen! Unter diesem Gesichtspunkt ist für mich kein Krieg zu rechtfertigen. Der Kampf gegen den Terrorismus ist die höchste Herausforderung an die Politik. Krieg ist das niederste und verwerflichste Niveau, dieser Herausforderung zu begegnen."

Prignitzer Appell

In einem Offenen Brief an Bundeskanzler Schröder fordern Kommunalpolitiker dazu auf, die deutschen Spürpanzer aus Kuwait zurückzuziehen und "den Vereinigten Staaten für den Fall eines Krieges gegen den Irak keine Überflugrechte für Militärflugzeuge über deutsches Territorium zu gestatten und ebenfalls nicht zuzulassen, dass amerikanische Militärbasen in Deutschland für den Krieg genutzt werden". Sie verweisen dabei auf das Grundgesetz, die UN-Charta und den Zwei-plus-Vier-Vertrag, in dem Deutschland sich international verpflichtet hat, "dass von deutschem Boden nur Frieden ausgehen wird". Der in der brandenburgischen Prignitz initiierte Appell wurde bislang (Stand: Ende Januar) von 1091 Kommunalpolitikern und -politikerinnen aus verschiedenen Regionen Deutschlands unterzeichnet. Zur Unterstützung wird auch darüber hinaus geworben: www.prignitzer-appell.de

Gabi Zimmer

"Deutschlands Wort, zumal nun als Mitglied des UN-Sicherheitsrates, hat Gewicht in der Entscheidung, ob es zum Krieg kommt. Das "Ohne uns" von Kanzler Schröder wurde weltweit beachtet. Die Bürgerinnen und Bürger wollen Klarheit. Die PDS fordert: Nein zum Krieg gegen den Irak im Weltsicherheitsrat! Nein dazu, dass unser Land für Aufmarsch und Nachschub missbraucht wird! Nein zu deutschen Panzern in Kuweit und der Marine am Horn von Afrika! Nein zur Co-Finanzierung des Krieges! Die Beteiligung an einem Angriffskrieg ist verfassungswidrig und ein Bruch des Völkerrechts."