Ich werde mich nicht von Saddam vereinnahmen lassen

Kategorie

Pressespiegel

Veröffentlichungsdatum

03.01.2003

Quelle

Münchener Abendzeitung

Der Münchner Liedermacher Konstantin Wecker (55) reist mit der Gesellschaft "Kultur des Friedens" nach Bagdad und Mossul im Irak, um gegen einen möglichen Krieg zu protestieren.

AZ: Herr Wecker, wie war die Reaktion auf Ihre Pläne?

Konstantin Wecker: Ich habe sehr viele bestätigende Anrufe bekommen. In vielen Mails wurde mir Mut zugesprochen.

Gab es auch kritische Stimmen?

Ja, einige Journalisten meinten, dass man durch so eine Reise nur einen Diktator unterstützt. Unsere ganze Gruppe ist sich der Gefahr bewusst, vereinnahmt zu werden. Das werden wir nicht zulassen 96 sondern den Menschen begegnen. Natürlich ist Saddam Hussein ein Diktator. Ich bin aber dafür bekannt, keiner Staatsmacht in den Arsch zu kriechen. Das tue ich weder hier noch in einer Diktatur.

Welche Lieder haben Sie für die Iraker im Gepäck?

Lieder, die weniger über die Texte als über die Melodie sprechen. Zum Beispiel das Friedenslied "Questa nuova realta". In der Hoffnung, dass die Menschen dort besser italienisch als deutsch verstehen.

Wie ist die Reise geplant?

Von Frankfurt mit dem Flugzeug nach Amman. Es ist noch unklar, ob wir von dort mit Flugzeug oder Bus weiter reisen. Das Auswärtige Amt hat uns offiziell von einer Reise abgeraten. Aber das müssen sie wohl sagen.

mb/jot