Wecker grandios

Kategorie

Pressespiegel

Veröffentlichungsdatum

21.09.2002

Quelle

Niederösterreichischen Nachrichten

Autor / Interwiever

Leopold Kogler

Wecker grandios

Der Auftritt von Konstantin Wecker begeisterte und berührte das Publikum in Waidhofen/Ybbs

Man möchte sich ein Scheibchen abschneiden von der guten Laune des Mannes, der, in Jeans und lässig heraushängendem Hemd, mit seinem Partner und Freund Jo Barnikel auf der Bühne des Eventzentrums steht, und die Huldigungen des Auditoriums entgegennimmt und den gut gelaunten "Vaterlandskritiker" gibt.
Der blendend aufgelegte Mann, der vor über 25 Jahren seine Karriere startete und schon eine ganze Menge erlebt hat, gibt ein Konzert, das man gewiss noch lange in Erinnerung behalten wird. Nun kann man zur scharfen Kritik des charismatischen Sängers und Pianisten stehen wie man will, vergessen darf man jedoch keinesfalls, dass der Bayer einerseits der vielleicht beste, da inbrünstigste, Sänger deutscher Sprache ist, dass er zum anderen mit seinen Liedern zwischen Liebe, Melancholie, Leben und Welt ein Millionenpublikum erreicht hat. Und live hat Konstantin Wecker nichts von einem Weltverbesserer, vielmehr präsentiert er Lieder und Texte, die zum Nachdenken animieren. Seine ganze Klasse erlebt man also nur, wenn man ihn auf der Bühne sieht. Da stimmen die Bewegungen, da sitzt jeder Ton, und auch die Dramaturgie des Gesamtkonzepts ist perfekt.
Wecker hat Bühnenpräsenz, er weiß sich zu bewegen, bezieht dank seiner geschickten Ansagen zu beinahe allen Stücken das Publikum mit ein, verhält sich in der richtigen Mischung zwischen cool und emotional. Nicht zu vergessen dabei ist sein exzellenter Partner, Klaviervirtuose und Trompeter Jo Barnikel. Die Texte von Wecker verfügen über große Sprengkraft. Die intimen Balladen stellen ergreifende Beiträge zur Weltpolitik dar. "Hauptsache, ich vermittle jede Menge Schubkraft zum Nachdenken", sagt der Wecker über die Ambition, die er mit seinen Auftritten verfolgt. Das Publikum ist verzückt, will mehr, bekommt jede Menge Zugaben und spricht hinterher von einem der besten Konzerte seit Jahren. "Danke für diesen Abend", so Wecker zu seinem Publikum, bevor er endgültig die Bühne verlässt. Danke Konstantin.

Leopold Kogler, Niederösterreichische Nachrichten Nr.36 / 3.9.2002