Was ist das nur ... ein Vaterland?

Kategorie

Pressespiegel

Veröffentlichungsdatum

22.10.2002

Quelle

Augsburger Allgemeine

Konstantin Wecker begeistert Zuhörer in Gersthofer Stadthalle

Gersthofen (lig). "Vaterland/Improvisationen" nannte Liedermacher Konstantin Wecker seinen Auftritt in der Stadthalle Gersthofen. Erwartungsgemäß "political incorrect" begeisterte er seine Zuhörer im fast ausverkauften Haus.

In einer gelungenen Mischung aus seinen bekannten Songs und neuen Liedern zeigte sich der Liedermacher bestens disponiert - und auch als Meister der klar ausgedrückten, aber dennoch eher leisen Töne.
Sichtlich in die Jahre gekommen - im besten Sinne - zeigte sich Wecker nicht mehr nur kämpferisch sondern überwiegend resignativ, überlegt. Augenzwinkernd sparte er dabei auch nicht mit Selbstkritik und der Beobachtung, dass auch der Stärkste irgendwann mal ins gesetztere Alter kommt: "I wer oid".
Dies ging aber keineswegs auf Kosten der musikalischen Energie: Mit seinem kongenialen Partner Jo Barnikel, der neben dem E-Piano-Sound auch die Effekte lieferte, unterbrach Wecker seine Songs immer wieder für packende musikalische Improvisationen. Beiden Musikern - aber auch dem Publikum - machte das Zusammenspiel sichtlichen Spaß.
Bewegend waren auch die von Wecker meist gelesenen, lyrischen Zwischentexte. Wecker weiß seine Gesellschaftskritik nach wie vor ohne platte Knalleffekte zu präsentieren. Sein sensibler Umgang mit der Sprache in Song und reinem Sprechtext unterscheidet ihn von manchem seiner Kollegen.
Viel Applaus - und lange Zugaben für ein sehr gelungenes Konzert.