Meinungsäußerung nicht gesellschaftsfähig?

Kategorie

Pressespiegel

Veröffentlichungsdatum

22.07.2002

Quelle

Passauer Neue Presse

Autor / Interwiever

Nicole Markowsky

Zur Kritik "Zurück zu den einfachen Wahrheiten" vom 8. Juli:
"Ist freie Meinungsäußerung auch auf der Bühne bald nicht mehr gesellschaftsfähig? Diese Frage müssen wir uns im Rahmen der Kritik zum Wecker-Konzert bei ,Kultur im Zelt´ leider stellen. Natürlich lehnt sich Konstantin Wecker mit seinen kritischen Liedtexten für manche ein bisschen weit aus dem Fenster, aber gerade diese Eigenschaft schätzen seine Anhänger und ist auch gewissermaßen das Markenzeichen Weckers. Man wird immer und überall Menschen finden, die sich an bestimmten Äußerungen stoßen [...].
Kritik an der Gesellschaft, dem politischen Treiben auf dieser Welt und bestimmten Persönlichkeiten hört bzw. liest man doch heutzutage kaum mehr. Wer kann sich dies auch schon erlauben? Weder die Tagespresse noch Zeitschriften oder das Fernsehen kann sich noch Kritik bzw. freie Meinungsäußerungen erlauben, obwohl dies doch eigentlich eine der tragenden Säulen der Demokratie sein sollte.
Auf der einen Seite wird immer mehr die Politikverdrossenheit vor allem der jungen Leute angekreidet, auf der anderen Seite bekommt man ja nur sehr einseitige Informationen, ohne jegliche kritische Anmerkungen oder ähnliches. Sich auf dieser Basis eine eigene Meinung zu bilden fällt deshalb oft schwer.
Konstantin Wecker trifft mit der Aussage des Liedes ,Im Namen des Wahnsinns´ genau auf den Punkt. Dort singt er ,Im Namen des Wahnsinns, sie sind verhaftet - sie haben zu laut und zu weit gedacht!´ Und genau dies ist anscheinend in der heutigen Zeit nicht mehr gesellschaftsfähig . . ."
Elke Schanz
Burghauser Straße
Marktl

Nicole Markowsky
Marktplatz 2a
Marktl