Mit Wehdam, Witz und Wortgewalt

Kategorie

Pressespiegel

Veröffentlichungsdatum

28.07.2002

Mit Wehdam, Witz und Wortgewalt

Zwei ausverkaufte Liederabende mit Wecker und Winkler auf Schloss Runkelstein

Bozen (stu) - Was kommt heraus, wenn sich zwei Liedermacher, denen es im Blut liegt, kritisch auf Gesellschaft, Politik und Land zu schauen, zusammentun und sich gemeinsam auf die Bühne stellen? Ein Liederabend, der vom Publikum mit nicht enden wollendem Applaus und Standing Ovations bedacht wird. So war es an den zwei vergangenen Abenden, als Konstantin Wecker und Stefan Winkler auf Schloss Runkelstein auftraten.
Die Reaktion der Zuhörer sprach Bände. Kein Wunder: Die beiden Liedermacher hatten ein faszinierendes Programm geboten, sich zunächst auf der Bühne abgewechselt - um dann ihre Auftritte immer mehr ineinander zu verschmelzen. Da begleitete Wecker dann Winkler auf dem Klavier, als dieser "Heimatland" zum Besten gab, Weckers "Der Fachmann" sangen die beiden im Duett - und schließlich rappten sie gemeinsam auf der Bühne. Positiv fiel auf, daß der "große" Konstantin Wecker seinen weniger bekannten Kollegen Stefan Winkler durchaus neben sich bestehen ließ.
Ansonsten war Wecker so, wie ihn seine Fans lieben: satirisch, eindringlich und von ungeheurer Wortgewalt. Ob "Vaterland", "Amerika", "Sage Nein" oder "Waffenhändler-Tango": Kraftvoll wetterte er gegen Terror, Krieg, Rassismus und skrupellose Politik der Stärkeren. Er sang auch sein Lied vom "Wehdam", was Leiden bedeute und die "Urform des bayerischen Blues" sei, so Wecker. Seine Schlussfolgerung: "Nach so vielen Jahren unter Stoiber kriegt man automatisch den Blues."
Stefan Winkler sang als Einstieg "Tirol isch lei oans - isch a Landl a zu kloans" und danach etliche Titel seiner CD "menschen". Dabei ging er - wie gewohnt - kritisch mit den Südtirolern ins Gericht, mit Beamten und Politikern und all jenen, die zu bequem sind, "etwas zu bewegen". Auch sein allererstes Lied "Herbst in New Orleans" war zu hören, der "Flugplatzsong" mit Empfehlungen, wo in Südtirol noch Flugplätze gebaut werden könnten - und in einer musikalischen Selbstbeschreibung gab Winkler Einblick in sein Seelenleben. Insgesamt bot der Abend eine gekonnte Kombination aus sinnigen Liedern, die unter die Haut gehen, und solchen zum Schmunzeln.
Winkler wurde mit Gitarre und Gesang von Ossy Pardeller begleitet, Wecker von Jo Barnikel am Keyboard und mit anderen Instrumenten.

(25.7.2002)

Konstantin Wecker gab Konzert auf Runkelstein

Im Namen der Wahrheit

Konstantin Wecker singt seit über 30 Jahren für soziale und politische Gerechtigkeit, gegen das zunehmende zwischenmenschliche Verstummen. Sein Mut zur Offenheit und seine Ehrlichkeit - auch sich selbst gegenüber - sind es, was ihm seine Fans Jahrzehnte lang treu sein lässt und auch immer wieder neue Anhänger bringt. Es ist auch der Mut, seine Seele nach außen zu kehren und die damit verbundene Verletzlichkeit, die die Menschen berührt und eine wirkliche Nähe zum Publikum schafft. Konstantin Wecker lebt seine Emotionen, seine Wut, Freude, Verzweiflung ungebremst auf der Bühne und hat dadurch eine starke Aura. Er schafft keine Distanz zum Publikum, sondern spricht an, sucht Kontakt. Er hat die seltene Gabe, in die Köpfe anderer hinein zu sehen. Dieses Verstehen, diese, auch schonungslosen Wahrheiten, macht seine Texte so besonders. K. Wecker ist im Gegensatz zu vielen seiner "Kollegen" hoch musikalisch. Er versteht wirklich etwas von Musik und ist ein Virtuose auf dem Flügel. Er sitzt nicht verloren auf einem Stühlchen auf der Bühnenmitte und zupft auf einer Gitarre herum. K. Wecker lässt seine Seele auf dem Flügel spielen und das gewaltig und mit vollem Herzen. Für diese große Ehrlichkeit und seinen ungebrochenen Mut sind ihm seine Fans so dankbar. Dies war auch bei dem Konzert in Runkelstein zu spüren.
Herbert Rosendorfer

(27.7.2002)

Wecker und Winkler: Danke, Südtirol

Bozen - Die Liederabende mit Konstantin Wecker und Stefan Winkler auf Schloss Runkelstein haben nicht nur das Publikum begeistert, sondern auch die Interpreten. "Es war für uns sowohl als Künstler wie auch als Gäste ein wunderbares Erlebnis", sind sich Konstantin Wecker und Stefan Winkler einig; die traumhafte Atmosphäre auf dem Schloss habe den Auftritten ein besonderes Flair verliehen. "Die tolle Stimmung hat sich auf das Publikum übertragen. Es war fantastisch", so Wecker und Winkler nach den Konzerten. Die Künstler haben den "Dolomiten" ein Schreiben zukommen lassen, in dem sie das Südtiroler Publikum grüßen und für die tolle Stimmung danken. Darin danken sie auch der Liederszene Südtirol für die gelungene Organisation und der Stadtgemeinde Bozen.