Buchtipp der Woche - Politisch nicht correct

Kategorie

Pressespiegel

Veröffentlichungsdatum

25.11.2001

Quelle

Bergsträßer Anzeiger

"So zwischen 15 und 18 Jahren hab´ ich geschrieben wie ein Berserker. Am Tag, glaub´ ich, fünf, sechs Stunden: Wenn ich die Möglichkeit hatte, hab ich einen Block zur Hand gehabt und hab´ geschrieben: Gedichte, Dramenanfänge, Kommaanfänge, Romananfänge, lauter Anfänge, ich bin der längste Anfänger gewesen und deswegen dann auf die kleine Form des Liedes gestoßen" sagt Konstantin Wecker in seinem neuesten Buch "Politisch nicht correct". (Doell-Verlag, 58 DM, ISBN 3-88808-270-6). Herausgeber ist Günter Bauch.

Allein die Größe des Buches beeindruckt. Im Buch stehen Wecker-Interviews von 1978 bis 2001. Konstantin Wecker war immer ein gefragter Interviewpartner. In diesen Interviews spricht Deutschlands bekanntester Liedermacher über alles, was ihn bewegt. Er nimmt Stellung zu den großen Menschheitsthemen, äußert sich über Liebe, Tod, Kunst, Religion und Politik; kritisiert auf seine unverwechselbar listig-charmante Weise Medien, Zeitgeschehen, Modetorheiten. Auf bohrende Fragen antwortet er noch bohrender, öffnet sich und zeigt sich in seiner ganzen Verwundbarkeit.

Die Antworten sind gekürzt - verständlich beider Fülle des Materials. Durch Weckers Formulierungskraft werden diese Auszüge zu Aphorismen, zu "Maximen und Reflexionen". So entstand ein Konstantin Wecker-Lesebuch, das seinen lyrischen und essayistischen Bänden nicht nachsteht. Jede Seite bestätigt den Titel, der auch Konstantin Weckers Gesamtwerk überschrieben sein könnte: Politisch nicht correct. Für alle Konstantin Wecker-Fans ist dieses Buch ein Muss.