Der Aufwecker

Kategorie

Pressespiegel

Veröffentlichungsdatum

16.11.2001

Quelle

Münchener Abendzeitung

Autor / Interwiever

Arno Frank Eser

Eine Unmenge von Zugaben, Bravo-Rufe, Standing Ovations - ein Heimspiel für Konstantin Wecker und seine hervorragende Band, wie es schöner nicht hätte sein können.

Der Circus Krone, ausverkauft bis zum letzten Platz, kristallklarer Sound und gefühlvolles Licht; und anfangs über allem eine Atmosphäre von gespannter Neugier. Ging es doch darum, Weckers neue Lieder aus seiner CD "Vaterland" live zu begutachten. Schon sehr bald die zufriedene Erkenntnis: Der neue Wecker ist wieder der alte. Der nimmermüde Mahner, der politische Querdenker, der Kämpfer. Eine kritisch-zynische Liebeserklärung an das ach so schöne Amerika, schräge Vaudeville-Töne zu Ehren aller Börsianer, witzig und modern adaptierte Hip-Hop-Klänge für die bekannten Nummern "Fachmann" und Staatsanwälte küsst man nicht", voller Selbstironie und Komik. Und vor allem ein aktualisiertes "Willy"-Intro, in dem Wecker wohl durchdacht und schlau formuliert seine Sichtweise zum Thema Afghanistan-Krieg zeigt. Bestimmt alles andere als "politisch korrekt".

Am Beifall aber erkennt man, dass der Vordenker vom Dienst wieder mal voll ins Schwarze getroffen hat. Dazwischen sensible, alte und neue Balladen, Evergreens - und Wecker als moderierender Charmeur.