Mit Konstantin Wecker im Wolkenhaus

Kategorie

Pressespiegel

Veröffentlichungsdatum

13.08.2001

Quelle

Thüringer Allgemeine

Autor / Interwiever

Ute Rank

Der traut sich was. Lädt am Sonntagnachmittag Kinder in den Erfurter Kaisersaal ein - und tut was? Punkt 16 Uhr setzt er sich ans Klavier und singt ein Schlaflied: Jetzt fallen schon den Blümelein die Augen zu . . . Selbst erdacht und so wunderbar weckerisch wie alle seine Lieder. Aber um 16 Uhr am Sonntag ein Schlaflied? Valentin Wecker, vier Jahre, hält sich in der ersten Reihe die Ohren zu. Er scheint den Zweck des Liedes genau zu kennen.

Alle anderen im Saal, Kinder und Kind Gebliebene, laben sich an Text und Melodie. Nicht einer pfeift, als Konstantin Wecker Klavier spielt. Das sind vier Minuten garantierte Genießerzeit.

Mit dem Stück für Gesang (Martina Koppelstetter), Erzähler, Chor und Orchester nach Jutta Richters Geschichte "Es lebte ein Kind auf den Bäumen" beschert er einen Nachmittag voller Poesie, macht bekannt mit dem Traumeltier, bittet in das watteweiche Wolkenhaus und entlässt seine Zuhörer mit der lebensweisen, musikalischen Erklärung: Wer träumen kann, der kann auch fliegen.

In 15 Liedern erzählt er. Die anwesende Autorin gesteht, dass sie ihre Geschichte schon ein bisschen wiedererkennt. So ist er eben, der Wecker.

Das Stück gibt es als CD und in nur drei Aufführungen zum mdr-Musiksommer. Erfurt folgte gestern Bad Lauchstädt. Die letzte Aufführung ist am kommenden Sonnabend in Chemnitz.

Der Kaisersaal platzte vor Publikum nicht gerade aus den Nähten, aber wer da war, erklatschte zwei Zugaben mit und fragte sich: Wie kann man so etwas nur versäumen. Mit dem Wecker auf den Bäumen.