Bilderbuch in tolles Mitmachmusical verwandelt

Kategorie

Pressespiegel

Veröffentlichungsdatum

29.06.2001

Quelle

Cuxhavener Nachrichten

Autor / Interwiever

Jens Potschka

"Hej!, Hej!" ruft Christian Berg und die 742 kleinen und großen Zuschauer im Theaterzelt im Schlossgarten begrüßen den Kindertheatermacher ebenfalls mit dem schwedisch-schallenden "Hej". "In Schweden, in Schweden, da muss man schwedisch reden", erklärt Christian Berg, schwingt seinen Hintern auf ein Fahrrad, das auf der Bühne steht und tritt in die Pedale, worauf zwei Bäuerinnen das Zelt betreten und den "HaHaHa"-Song anstimmen.

Einen Augenblick später ist es wieder ganz still im Theaterzelt. Bergs neuer Musical-Streich scheint nur weiter zu gehen, wenn geradelt und so genügend Strom für die Show erzeugt wird. Doch Christian Berg wäre nicht der originelle Geschichten-Erzähler, wenn er da nicht einen kleinen Trick in der Hinterhand hätte. Lässig geht er ins Publikum, schnappt sich Papa Wolfgang aus Altenwalde, pflanzt ihn an seiner Stelle aufs Rad und ab sofort muss Wolfgang ordentlich strampeln, damit es auf den Bühnenbrettern weitergehen kann.

Der Altenwalder ist "natürlich" ein bisschen schwach auf der Brust, was Berg zur Freude besonders der kleinen Musical-Gäste nach allen Regeln der Kunst auskostet. Als Wolfgang wieder auf seinen Platz darf, ist die Batterie voll geladen und es geht los in Jackie Althoffs "Zelt der Träume", in dem nun die Figuren aus den bekannten Kinderbüchern von Sven Nordqvist das Sagen haben.

"Pettersson und Findus" sind hier zu Hause in der schönen Szenerie, die die Bühnenbildner Gertie Trautvetter und Uli Wolff für die brandneue Musical-Inszenierung gebaut haben. Christian Berg erzählt von nun an die Geschichten, mischt sich zeitweise in das Bühnenspiel mit ein, damit die Story der Bilderbücher vorangetrieben wird.

Ein wesentlicher, wenn nicht gar der entscheidende Moment sind die vielen Mitmach-Aktionen, mit denen Christian Berg sein Publikum packt. Diese Augenblicke sind seine unbestrittenen Stärken, die bei den Kindern und auch den Erwachsenen ankommen. Durch das aktive Einbeziehen des Publikums gelingt auch der Kunstgriff, aus der leichten Nordqvistschen Bilderbuchvorlage ein Kinder-Musical zu inszenieren.

Apropos: Die Musik zu "Pettersson & Findus" ist wirklich hörenswert. Liedermacher Konstantin Wecker, der nach zwei "Jim-Knopf-Musicals" bereits zum dritten Mal mit dem Cuxhavener Berg zusammensaß, hat einmal mehr einen ohrwurmsicheren Song-Reigen komponiert.