Sagt NEIN!

14.04.2017

Liebe Freunde,
Trump hat seit seinem Raketeneinsatz in Syrien gemerkt, dass ihm Krieg gute Presse bringt.
In Afghanistan haben die USA nun erstmals ihre größte nicht-atomare Bombe eingesetzt. Die GBU-43 ist auch als "Mutter aller Bomben" bekannt.
„Mutter aller Bomben“ - nun vergewaltigen die Krieger also auch noch die Poesie.
Was soll uns diese Metapher sagen?
Sie soll uns wohl das Gefühl vermitteln, dass wir alle aufgehoben sind im Mutterschoße einer gigantischen Bombe, umsorgt von liebevollen mütterlichen Händen, behütet von ihren vernichtenden Explosionen. 
Sprengkraft, die kilometerweit Land verseucht und alles Leben vernichtet, hat also etwas Mütterliches. Wenigstens solang es nicht uns und nur die „Anderen“ zerstört.
Bis jetzt war der Krieg der Vater aller Dinge. Das war den Kriegern nicht genug. Nun braucht man die Mutter auch noch für die Waffenindustrie.
Jetzt haben die elenden Kriegstreiber auch das Mütterliche und Weibliche militarisiert.
Und dieses scheußliche Bild wird völlig unkritisch und geradezu hymnisch in den Medien weiter verbreitet.
Was für einen fundamentalen, lebensfeindlichen Schaden hat eine so sprechende - offenbar Geburt als Schrecken erlebende - Welt.
Was schrieb Wolfgang Borchert im Jahre 1947 im Krankenhaus zu Basel, zerbrochen an der Last des Zweiten Weltkrieges:
„Du. Mutter in der Normandie und Mutter in der Ukraine, du, Mutter in Frisko und London, du, am Hoangho und am Mississippi, du, Mutter in Neapel und Hamburg und Kairo und Oslo - Mütter in allen Erdteilen, Mütter in der Welt, wenn sie morgen befehlen, ihr sollt Kinder gebären, Krankenschwestern für Kriegslazarette und neue Soldaten für neue Schlachten, Mütter in der Welt, dann gibt es nur eins:
Sagt NEIN! Mütter, sagt NEIN!“

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