„Wer an das Hakenkreuz glaubt, glaubt an den Hass.“

17.08.2017

Liebe Freunde!
Bei einer der letzten Demos gegen Nazis, an der ich zusammen mit meiner Mama Dorothea in München teilgenommen habe, stand sie Auge in Auge mit gepanzerten Bereitschaftspolizisten und rief: „Ich hab das braune Pack im Rathaus erlebt und ich werde alles tun, damit das nie wieder passiert!“
Sie war erregt und konnte nicht verstehen, warum die Polizei so heftig gegen uns vorgegangen war.
Und dann sagte sie: „Eigentlich sind diese Neonazis doch noch viel dümmer als die Nazis zu meiner Zeit. Sie könnten doch nachlesen, was alles verbrochen wurde unter dem Zeichen des Hakenkreuzes.“
Genau das könnte Trump auch. Wenn er lesen könnte.
Hubert Wetzel schreibt in der SZ: “Es gibt kein Symbol auf der Welt, anhand dessen sich das Böse so leicht identifizieren lässt, wie das Hakenkreuz. Wer an das Hakenkreuz glaubt, glaubt an den Hass. Und zwar nur an den Hass. So einfach ist das.“
Und so schwierig scheint es für diesen psychisch schwer gestörten Präsidenten zu sein, sich davon deutlich zu distanzieren. Er schwadronierte darüber, dass die Gegendemonstranten mindestens genau soviel Schuld an den Gewaltausbrüchen hätten. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Hier werden - so wie es hierzulande von Frau Steinbach bis Jens Spahn schon etliche CDU Politiker immer wieder versucht haben - mutige demokratische BürgerInnen mit judenfeindlichen Parolen grölenden Faschisten gleichgesetzt!
Von Dieter Hildebrandt, der uns allen so sehr fehlt, ist posthum ein neues Buch erschienen, mit Texten aus fünf Jahrzehnten.
Den folgenden Text müsste man Herrn Trump täglich vorlesen lassen:
„Und in der Tat: In den Bäumen hocken schon wieder die Affen von früher und werfen ihre Parolen von der reinen Rasse runter. Dabei sehe ich ihn noch vor mir, diesen Hitler, der so aussah, als hätte ihn der liebe Gott voller Abscheu ausgespuckt. Und hinter ihm die Galgengesichter von diesem Göring, diesem Himmler, der mit seinem Aussehen ganze Hühnerhöfe erschreckt hat, und von den anderen aus dieser Mörderbande, die in der kurzen Zeit ihrer Macht nichts anderes getan haben, als sich die Beute unter den Nagel zu reißen. Und die, die ihnen jetzt so ähnlich sein möchten, sehen auch nicht aus, als wären sie der Schöpfung gut gelungen.
Nein, schön sind sie nicht, die Analphabeten von der braunen Bande. Mutig sind sie auch nicht. Sie zünden ihre Opfer im Schlaf an oder prügeln Behinderte und das auch nur, wenn sie in der Übermacht sind…
Und die Frage ist nur: Warum geht die Polizei so vorsichtig mit ihnen um?
Haben sie Angst, die Polizisten, oder Sympathie?“
Unsere Sympathie und Unterstützung gehört den mutigen US-AmerikanerInnen, die sich dem Hass mutig in den Weg stellen.
„Lasst uns jetzt zusammenstehen
es bleibt nicht mehr so viel Zeit,
lasst uns lieben und besiegen
wir den Hass durch Zärtlichkeit.“

Dieter Hildebrandt:
Was aber bleibt
Texte aus fünf Jahrzehnten
Blessing
ISBN 978-3-89667-575-0

Quellen: Erika Steinbach:“Antifa dasselbe in Rot wie NPD“
Hans-Michael Platz, Fraktionschef der CDU in der hessischen Gemeinde Biblis,: "Die Antifa hält sich für "die Guten". Aber es sind genauso faschistische Rollkommandos wie früher die SA."

 

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