Ich hab ein zärtliches Gefühl

26.12.2017

Liebe Freunde!

Warum eine Revolution der Zärtlichkeit?
Warum eine zärtliche Revolution?
Weil wir die Harten und Unerbittlichen, 
die Mächtigen und Uneinsichtigen,
die Herrschenden und uns Beherrschenden
nie mit ihren eigenen Waffen schlagen werden.
Ihrer ist das Weltenreich 
und ihrer ist das Wissen 
um die Beherrschung der Todesinstrumente,
des Kriegerischen, 
des gewalttätigen Kampfes. 
Ihrer ist das Wissen 
um Bestechung und Unterdrückung,
Gewinnmaximierung und Unterschlagung.
Angst macht ihnen die Poesie, 
nicht die Gewalt.
Angst macht ihnen was sie vermutlich nie erfahren haben:
Zärtlichkeit und Liebe.
Davor und nur davor kapitulieren sie.
„Die Welt soll durch Zärtlichkeit gerettet werden",
schreibt Fjodor M. Dostojewski.
Das Zarte ist als Begriff in der deutschen Sprache 
seit dem Mittelhochdeutschen beheimatet 
und bedeutete als Verb soviel wie: 
»berühren«, 
»sich vorsichtig nähern«.
Nur durch dieses „Berühren“, 
diese „vorsichtige Annäherung“,
nur durch zärtliches Denken und Handeln,
können wir uns wieder als Gemeinwesen entdecken,
eben nicht als gemeine Wesen, 
sondern als Wesen einer Gemeinschaft,
bis wir erkennen:
„Wir sind nicht zu trennen,
woher wir auch stammen -
wir sind eins und zusammen.“
Die Antwort auf Krieg 
kann nur die Gewaltlosigkeit sein.
Jedes zärtliche Gefühl 
wird in der düsteren 
und niemals blühenden Welt 
der Technokraten und Killerkapitalisten, 
Betriebswirtschaftszombies und Chefideologen 
mit Misstrauen beäugt.
„Ich hab ein zärtliches Gefühl“ 
sang Hermann van Veen 
in einem seiner schönsten Lieder: 
„Ich hab ein zärtliches Gefühl 
für jede Frau, für jeden Mann
für jeden Menschen, wenn wer nur 
vollkommen wehrlos lieben kann.“
Ein zärtliches Gefühl 
für alles was lebt und stirbt und wächst und blüht - 
warum und für wen ist das eigentlich so gefährlich?
Weil es den Verdacht wecken könnte, 
dass die Menschen doch etwas anderes zusammenhält 
und glücklich macht 
als Geld und Wohlstand? 
Weil es die Gier
und dieses pubertäre Machtstreben 
unausgewachsener Männleins 
welchen Alters auch immer
der Lächerlichkeit preisgibt?
Und deshalb versuchen sie 
die Zärtlichen und Sanften, 
die Unsicheren und Zuhörenden, 
die Stillen und Verrückten, 
wo auch immer sie können 
zu verlachen und zu denunzieren. 
Und all ihr Sehnen und Hoffen und Handeln 
ins Lächerliche zu ziehen.
Und das sollten wir nie vergessen: 
Die Mächtigen haben panische Angst 
vor den Ohnmächtigen, 
denn sie zeigen ihnen, 
wie sinnlos ihre Macht ist.

In diesem Sinne, liebe Freunde, wünsche ich uns allen ein hoffentlich friedliches neues Jahr, in dem wir weiter den Mut haben mögen uns zu engagieren, uns anzulächeln und zu umarmen, „Gutmenschen“ zu sein und gerne auch „links-grün-versiffte Alt-und-Jung-68er“ und ich hoffe sehr, dass unsere Ohnmacht weiterhin den Mächtigen ein zärtlicher Stachel im erkalteten Herzen sein möge.

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