Novalis

12.11.2015

Liebe Freunde,

im letzten Herbst fiel mir wieder ein Gedicht von Novalis in die Hände, das mich schon in meiner Pubertät begeistert hatte. Und als ich es am Klavier vor mir liegen hatte, begannen die Verse zu klingen und ich habe mir erlaubt, den wenigen Versen noch eine zweite Strophe hinzuzufügen und es zu vertonen.

Die Romantik hatte in den Augen von Novalis, dem Schöpfer der „blauen Blume“, eine Seite, die gesellschaftliche Änderungen forderte. Zusammen mit Schelling und den Brüdern Schlegel und Tieck wollte Novalis zu Beginn der 19.Jahrhunderts ein neues Kunstprogramm schaffen, welches „die ganze Welt poetisieren sollte“.

Die Welt poetisieren - was für ein wunderschöner Gedanke!
Nie mehr Seehofer oder de Maizière - nur noch Rilke und Brecht!!!

Je älter ich werde, umso bewusster wird mir, dass ich im Grunde meines Herzens immer ein Romantiker war und dass ich in all meinen Gedichten auf der Suche war nach diesem geheimen Wort, vor dem das ganze verkehrte Wesen fortfliegt.
Mittlerweile hab ich noch eine dritte Strophe geschrieben und werde sie in meinen nächsten Konzerten auch mit Cynthia singen:

Erst wenn gleich warmen Sommerwinden
die Menschen sich zusammenfinden
um dem fatalen Weltgeschehen
endlich vereint zu widerstehen 
Wenn vor der Kraft der Utopien
die selbsternannten Realisten fliehen
wenn sie im Herzen sich vernetzen
um sich dem Wahn zu widersetzen
Wenn wir statt Geld zu transferieren
die ganze Welt poetisieren
dann fliegt vor einem geheimen Wort
das ganze verkehrte Wesen fort

https://www.youtube.com/watch?v=DSJt-f6DytU

zurück