Ja, wir brauchen eine Revolution.

31.10.2015

Liebe Freunde,
wie mir einige Eurer Kommentare zeigen, geht es vielen von Euch wie mir: wir brauchen eine linke Revolution - sonst putschen die Rechten.
Nicht erst bei dem wohl durchdachten und kühl kalkulierten populistischen Kasperltheater eines Horst Seehofer klingeln, bei mir jedenfalls, die Alarmglocken.
Markus Graf schrieb gestern sehr richtig in seinem Kommentar: „Eine Veränderung herrschender Strukturen geht immer vom Rand aus. Es ist unsere wichtigste Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Veränderung vom LINKEN Rand ausgeht, dass der Veränderung die Ideen des Pazifismus und der uneingeschränkten sozialen Gerechtigkeit zugrunde liegen.“
Nur, wir sollten aus unserer eigenen Geschichte lernen. Ende der 70er habe ich es selbst erleben müssen, wie sich die Linke dogmatisierte, zersplitterte und in unendlich vielen Kleinkriegen zerfetzte. Oft maßlos arrogant, machomäßig und eitel.
Der Kapitalismus hat ausgedient, der Neoliberalismus ist dabei, die Demokratie abzuschaffen, und wir müssen jetzt endlich aufhören uns in ideologischen Rechthabereien zu zerstören. Immer will jemand noch richtiger links sein, noch klüger, noch mehr die Wahrheit mit Löffeln gefressen haben.
Damit kommen wir nicht weiter.
Ich gebe es zu, ich bin und bleibe ein alter Anarcho, aber ich hab kein Problem, mit Kommunisten und Trotzkisten, Sozialisten und aufrechten SPDlern, ja, mit allen radikalen Demokraten, denen jeder Anflug rassistischer oder faschistischer Gedanken ein Gräuel ist, zusammen Pläne zu schmieden, wie wir den Wahnsinn des Neoliberalismus, diese himmelschreiende Ungerechtigkeit, stoppen können. Ein Prozent der Menschheit besitzt soviel wie 99 Prozent!!! Das kann doch nicht gut gehen.
Dorothee Sölle schrieb sehr weitsichtig schon 1997:
„Dieses Zusammenspiel von Weltherrschaft der Konzerne in der Globalisierung und einer neuartig inszenierten Individualisierung ohne Rest, ohne Bindung an die Geschwistergeschöpfe erscheint hoffnungslos, ein Weiterrasen auf den apokalyptische Untergang hin…“
Ja, wir brauchen eine Revolution.
Und, liebe FreundInnen, keine Angst vor dem Wort Revolution.
Eine Umwälzung ist ja sowieso schon im Gange und wird weiterhin passieren. Nur, wenn wir sie nicht machen, machen es die anderen. Die Pegidisten aller Art. Und das will ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht ausmalen…
…..und drum müssen wir uns wieder neu erdenken
uns vernetzen, uns mit uns beschenken,
nicht gewaltvoll, doch gewaltig an Ideen,
ohne Führer, doch zusammenstehen.
Niemand muss sich an Gesetze binden
und so wollen wir die Welt uns neu erfinden
ohne Gier und ohne Herrschaft, ohne Zwang
werden wir zusammen EIN Gesang
denn was wir woll’n ist nicht zu viel verlangt
haben erst die Liebelosen abgedankt-
ach Freunde pfeifen wir auf alles was man uns verspricht
auf Gehorsam und auf sogenannte Pflicht
was wir woll’n ist kein Reförmchen und kein höhrer Lohn
was wir woll’n ist eine
REVOLUTION
https://www.youtube.com/watch?v=fUqB_cacLhs
P.S.:
Cynthia Nickschas spielt morgen, am 1.11., im Pantheon Casino in Bonn….

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