Träumen wir weiter

29.09.2015

Liebe Freunde,
noch nie bin ich für einen Beitrag so beschimpft und beleidigt worden wie seit gestern Abend.
Ein Mitarbeiter, der mit mir die Kommentare durchsieht, um rassistischen Müll und persönliche, ehrenrührige Beleidigungen zu löschen und zu sperren, schrieb mir schon gestern Nacht: „…auf Dauer diesen billigen Scheiß der Nazis und der Engstirnigen zu lesen, macht krank und kaputt“.
Ich kann ihn gut verstehen, aber es gibt eben auch die andere Seite, die mutmachenden, herzlichen, informativen und geistvollen Beiträge, für die ich euch danken möchte.
Eine Mehrheit der Deutschen will den Flüchtlingen helfen. Es gibt sie, die Willkommenskultur. Und es ist einfach nur dumm und perfide, sich über das Engagement der vielen Freiwilligen lustig zu machen. 
Viele Menschen haben zur Zeit Angst und es wird diese Angst von verantwortungslosen PolitikerInnen auch bewusst geschürt. Gerne mit Falschinformationen und reißerischen Parolen.
Was verschwiegen wird, ist, dass es die ausbeuterische Welthandelspolitik der westlichen Staaten und ihrer multinationalen Konzerne war und ist, die den Menschen in den Ländern des Südens die Lebensgrundlagen zerstört und sie dazu zwingt, vor dem Elend und der Armut in ihren Heimatländern zu fliehen.
Und dass mit Waffenexporten, an denen trefflich verdient wird, immer wieder Öl in einen Brand gegossen wird, unter dem infamen Vorwand, damit das Feuer löschen zu wollen.
Wer Waffen sät, erntet Flüchtlinge.
Claus Schreer schreibt heute in der jw:
„Alle Flüchtlinge haben das Recht, zu kommen und zu bleiben, nicht nur diejenigen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, sondern auch diejenigen, die dem Hunger und Elend in ihren Herkunftsländern entkommen wollen. Sie brauchen sichere Fluchtwege und legale Einreise in die EU. Nur wenn es legale Einreisemöglichkeiten nach Europa gibt, werden Flüchtlinge nicht mehr gezwungen sein, Tausende Euro für Schleuser zu bezahlen und sich in Lebensgefahr zu begeben. Erst dann wäre auch den skrupellosen Schleusern die Geschäftsgrundlage entzogen.“
Ich jedenfalls habe nicht vor, mich durch Einschüchterungen entmutigen zu lassen.
„Träume können subversiver sein als politische Ideologien, deshalb sind sie für die selbsternannten Realisten so bedrohlich“, schreibt Arno Gruen.
Träumen wir weiter.
Seien wir subversiv.
Helfen wir.
Heißen wir die Flüchtlinge willkommen.
Am 3.Oktober in München und in Wien.

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