Danke Wien!

04.10.2015

Danke Wien!!!
Was für ein Tag, was für eine Nacht! Über 120 000 Wienerinnen und Wiener haben ein deutliches Zeichen gesetzt: für ein anderes, menschliches Europa. Gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Es war herzerwärmend und ein Erlebnis, das uns allen noch lange Kraft geben wird.
Eine gewaltige Demonstration auch gegen die Politik der FPÖ, der mein Kollege Harald Krassnitzer in seiner Rede eine deutliche Abfuhr erteilte:
„Eure Zeit ist am 8. Mai 1945 abgelaufen und diese Stadt wird sich nie wieder von menschenverachtenden Volkshetzern regieren lassen, weil Wien ist ANDERS.“
Und mit Heribert Prantl sagen wir: „Es ist Zeit, die Globalisierung der Gleichgültigkeit zu beenden!“
Es wäre schön, wenn „voices for refugees" ein Vorbild würde für viele andere europäische Städte. 
Wir machen weiter!!! 
Auf vielfachen Wunsch hier noch einmal mein Text, den ich vor meinem Lied „Ich habe einen Traum“ gelesen habe:
„Wir alle wurden überrascht von dieser wunderschönen Woge der Hilfsbereitschaft, die die beste Antwort ist auf brennende Flüchtlingsunterkünfte und unbelehrbare und unbarmherzige Rassisten. 
Diese Welle des „tätigen Mitgefühls“ hat eine Türe einen Spaltbreit aufgemacht. Eine Tür ist geöffnet zur Revolution, zum längst fälligen Widerstand gegen eine wahnwitzige, neoliberale Ideologie, die wie ein bösartiger Moloch in blindem Wachstums-Fanatismus mit permanenten Kriegen und Umweltverwüstung gefüttert werden muss und überall verbrannte Erde zurücklässt.
Wir müssen nun einen Fuß in diesen Türspalt stellen, damit sie nie wieder zuschlägt.
Viele Menschen haben zur Zeit Angst und es wird diese Angst von verantwortungslosen PolitikerInnen auch bewusst geschürt. Gerne mit Falschinformationen und reißerischen Parolen. Was verschwiegen wird, ist, dass es die ausbeuterische Welthandelspolitik der westlichen Staaten und ihrer multinationalen Konzerne war und ist, die den Menschen in den Ländern des Südens die Lebensgrundlagen zerstört und sie dazu zwingt, vor dem Elend und der Armut in ihren Heimatländern zu fliehen. Und dass mit Waffenexporten, an denen trefflich verdient wird, immer wieder Öl in einen Brand gegossen wird, unter dem infamen Vorwand, damit das Feuer löschen zu wollen. Wer Waffen sät, erntet Flüchtlinge. Ich wurde in den letzten Tagen beschimpft, beleidigt und bedroht wie nie zuvor. Doch habe ich nicht vor, mich durch Einschüchterungen entmutigen zu lassen. „Träume können subversiver sein als politische Ideologien, deshalb sind sie für die selbsternannten Realisten so bedrohlich“, schreibt Arno Gruen. Träumen wir weiter. Seien wir subversiv. Helfen wir.
Heißen wir ALLE Flüchtlinge willkommen.“

 

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