"Der Grieche hat jetzt lang genug genervt“

15.07.2015

Liebe Freunde,
"Der Grieche hat jetzt lang genug genervt“ - Thomas Strobl, der Urheber dieses denkwürdigen Satzes, ist nicht irgendwer: Er ist einer der Stellvertreter von Angela Merkel im CDU-Parteivorsitz. Und er ist Schäubles Schwiegersohn.
„Der Franzose“, „Der Russe“ - solche Formulierungen gelten seit mindestens 25 Jahren als überholt und despektierlich.
Strobl ist nicht der einzige Unionspolitiker, der sich in diesen Tagen im Ton vergreift.
Zum Beispiel Bundesvorstandsmitglied Herbert Reul, der für die Union im Europaparlament sitzt: “Es gibt in Europa noch andere Staaten, denen es wahrscheinlich noch schlechter geht, und die auch nicht jeden Tag rummaulen“.
Letztendlich verfallen die Politiker in dieselben sprachlichen Muster wie viele Medien, schreibt Katharina Schuler in der ZEIT. „Pleite-Griechen“, „Schummel-Griechen“, Yanis Varoufakis der „Griechen-Raffke“, “Gierige Griechen“ - Herr Strobl spricht das aus, was an deutschen Stammtischen gegrölt wird.
In Wikipedia liest man: der Begriff des Rassismus überlappt mit dem der Fremdenfeindlichkeit und lässt sich oft nur ungenau von diesem unterscheiden.
Ein Politiker sollte sich eigentlich dessen stets bewusst sein.

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