Es geht um deutsche Wirtschaftsinteressen am griechischen Tourismus.

15.08.2015

Liebe Freunde,
die Bundesregierung hat sich wohl in den Verhandlungen mit Griechenland die Übernahme der regionalen Flughäfen durch das deutsche Staatsunternehmen Fraport extra absichern lassen. Noch irgendwelche Fragen, um was es unseren Regierenden bei dieser zielgerichteten Erpressung ging?
Der zuständige griechische Infrastrukturminister Christos Spirtzis erklärte unlängst gegenüber der ARD: „Bei dieser Privatisierung soll der griechische Staat 14 gewinnbringende Flughäfen verkaufen, und die anderen 30 Flughäfen, die keinen Gewinn machen und subventioniert werden müssen, bleiben beim griechischen Staat.“ Dies sei „ein Modell, das so noch nirgendwo in Europa angewandt wurde. Das passt eher zu einer Kolonie als zu einem EU-Mitgliedsland“. (nd)
Schon im Sommer letzten Jahres machte sich Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) in Brüssel bei der EU-Kommission für die Fortsetzung des Verkaufs an Fraport stark. Das Bundesland ist mit über 31 Prozent Großaktionär an dem Konzern.
Es geht um deutsche Wirtschaftsinteressen am griechischen Tourismus. Die einzige Einnahmequelle, die dieses finanziell so gebeutelte Land vielleicht noch hat, soll von deutschen nimmersatten, gierigen Aasgeiern auch noch angezapft werden. Ach was heißt angezapft. Ausgenommen, ausgesaugt.
Wir Steuerzahler zahlen die Schulden der Griechen, so wird es uns seit Jahren eingebläut - aber:
Die deutschen Steuerzahler sind einer neuen Studie zufolge selbst bei einem kompletten Ausfall der griechischen Schulden Gewinner der Griechenland-Krise. (Wirtschaftswoche)
Von 2010 bis heute habe der deutsche Fiskus wegen der durch die Krise gesunkenen Zinslasten mehr als 100 Milliarden Euro gespart, heißt es in der am Montag veröffentlichten Untersuchung des Instituts für Wirtschaftsforschung (IWH) in Halle.
„Diese Einsparungen übertreffen die Kosten der Krise - selbst dann, wenn Griechenland seine Schulden komplett nicht bedienen würde“, heißt es in einer Mitteilung des Leibniz-Instituts. „Deutschland hat also in jedem Fall von der Griechenlandkrise profitiert.“
So jubelte folgerichtig neulich das Vierbuchstabenblatt, man habe doch schon vor Jahren geschrieben, die „Pleitegriechen“ sollten endlich ihre Inseln verkaufen. 
An wen wohl? Natürlich an das eine Prozent der Menschen, die so viel besitzen wie 99 Prozent der gesamten Menschheit….

„…Ich würd´ ihnen den Reichtum gerne lassen,
die schicken Autos und ihr lautes Prassen,
nur leider kaufen sie sich unsre Erde
und unser Land mit protziger Gebärde
und machen sich an schönsten Flecken breit
und rauben denen, die seit langer Zeit
das Land mit andern teilen
das Recht, dort weiter zu verweilen,
nur weil die ärmer sind, auch oft verlieren
und nicht mit Lebensmitteln spekulieren.
Und glaubt mir, Freunde - sollt ich´s nicht erleben,
dann will ich´s gerne meinen Kindern weitergeben:
Seid wachsam, tapfer, haltet euch bereit,
man muss das Pack enteignen seiner Zeit!…

Ach pfeifen wir auf alles, was man uns verspricht,
auf den Gehorsam, auf die sogenannte Pflicht,
was wir woll´n ist kein Reförmchen und kein höh´rer Lohn,
was wir woll´n ist eine
REVOLUTION!…“

(Ausschnitt aus „Revolution“
CD: „Ohne Warum“
T. und M. Konstantin Wecker)

 

zurück