Herzlicher Dank

15.12.2014

Liebe Freunde,
nach über 30 Konzerten möchte ich euch herzlich danken für euer Dabeisein und eure Geduld, fast vier Stunden zuzuhören und vertonten Gedichten zu lauschen. Ich weiß das als großes Geschenk zu schätzen.
Schon Flaubert definierte mit ironisch -traurigem Unterton in seinem Wörterbuch der Gemeinplätze die Poesie als „vollkommen überflüssig“, da „außer Mode“, und den Dichter als ein „Synonym für Träumer und Einfaltspinsel“.
Wie vorausschauend! Heute hat der Stellenwert der Poesie, wie es scheint, kaum mehr etwas mit Hölderlin’s Vers gemein: „Was bleibet aber stiften die Dichter“.
Und doch ist es dieser Vers, der mich schon immer antrieb Gedichte zu lieben und lieber den Dichterinnen und Dichtern zu folgen, als den selbsternannten Weltenlenkern, Politikern, Führern und Gurus.
Im Februar geht es wieder weiter mit den wahnsinnigen 40 Jahren, und so gerne wir uns die Pause jetzt gönnen - wir wären schon alle sehr traurig, wenn es nicht weitergehen würde im nächsten Jahr.
Nuccio Ordine schreibt in seinem klugen Buch „Von der Nützlichkeit des Unnützen“:
„Das Wissen an sich“ -und ich möchte hinzufügen auch die Poesie und die Musik- „stellt sich der Allmacht des Geldes und dem Utilitarismus als Hindernis entgegen. Es trifft zwar zu, dass alles käuflich ist. Von den Parlamentariern bis zu den Richtern, von der Macht bis zum Erfolg: Alles ist bezahlbar. Nicht aber das Wissen: der Preis, den man dafür entrichten muss, ist ganz anderer Natur. Kein Blankoscheck wird uns das ermöglichen, das zu erwerben, was einzig das Ergebnis einer individuellen Anstrengung und einer unerschöpflichen Leidenschaft sein kann.“
Ordine zeigt, dass nur die Beschäftigung mit dem Überflüssigen Freiräume im Kopf schafft.
"Schwimmen zwei junge Fische nebeneinanderher und treffen zufällig einen älteren Fisch, der in die Gegenrichtung unterwegs ist. Er nickt ihnen zu und sagt: ’Hallo Jungs, wie ist das Wasser?‘ Die zwei jungen Fische schwimmen eine Weile weiter, bis der eine den anderen fragt: ’Was zum Teufel ist Wasser?‘" Auch wir sollten erkennen, was unser Lebenselixier ist und dass wir es erhalten müssen, um – buchstäblich – nicht auszutrocknen.
Ich jedenfalls brauche diese Begegnungen und den Austausch mit der Poesie und der Musik und mit unserem Publikum, um nicht auszutrocknen.
Und mein aufrichtiger Dank gilt meinen großartigen, begeisterungsfähigen, leidenschaftlichen Musikern und Mitarbeitern. Und den drei Künstlern meines Labels, die ihre Gastauftritte bravourös meisterten.
Danke für die aufregenden und glücklichen Tage und Abende mit euch allen.

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