Klimawandel

22.09.2014

Liebe Freunde,
unsere Bundeskanzlerin spricht auf dem deutschen Tag der Industrie und verweigert sich dem Klimagipfel. Obwohl der amerikanische Präsident zugegen ist, dem sie sonst jeden noch so kleinen Wunsch im vorauseilenden Gehorsam von den Augen abliest.
Mit Verweis auf Merkels Fehlen hat der neue indische Premierminister abgesagt, genauso hält es sein chinesischer Kollege.
Die SZ schreibt heute: „Wenn die Industrie ihr Hochamt feiert, will Angela Merkel nicht fehlen. Diesen Dienstag lädt der Lobbyverband BDI zum "Tag der deutschen Industrie", Merkel hält die Eröffnungsrede. Quasi zeitgleich treten in New York über 120 Staats- und Regierungschefs zusammen, um dem Kampf gegen die Erderwärmung neuen Schub zu geben, der UN-Generalsekretär hat geladen. Da fehlt Merkel.“
In 161 Ländern versammelten sich Zehntausende, um mehr Schritte gegen die Erderwärmung einzufordern.
Frau Merkel dienert sich den Lobbyisten der Industrie an, um die Erderwärmung voranzutreiben. Zur Zeit sind ja die Rheinmetall AG und Heckler & Koch auch viel wichtiger...
Vermutlich wird am Klimagipfel auch wieder gelogen, versprochen und aufgeschoben werden.
Aber es ist wenigstens ein Versuch, der vielleicht kleine Schritte zur Folge haben kann.
Heute sprach mich im Bus eine Filmemacherin an.
„Es werden bald Millionen Klimaflüchtlinge zu den Kriegsflüchtlingen auf uns zukommen. Was können wir nur tun?“
Naomi Klein sprach zum Auftakt einer „Klima-Aktionswoche“ anlässlich der UN - Vollversammlung letzten Donnerstag in der prall gefüllten Aula der New School.
Klein begann darüber nachzudenken, was die Menschen davon abhält, tatsächlich etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. Ihre Antwort darauf: Es sei nicht so sehr unser Unwillen, auf die Annehmlichkeiten und Bequemlichkeiten der Konsumgesellschaft zu verzichten und unseren Lebenswandel dramatisch zu verändern. Schlimmer sei die Tatsache, dass wir in der dominanten Ideologie der vergangenen 40 Jahre gefangen sind.
Der Klimawandel lässt sich deshalb laut Klein nicht aufhalten, wenn wir nicht von unserem Hyperindividualismus ablassen. Er lässt sich nicht unter den Bedingungen der neoliberalen Wirtschaftsordnung und der radikalen Deregulierung stoppen. Er lässt sich nicht verlangsamen, wenn wir weiter an ungebremstes Wachstum und ungebremste Profite glauben.
Wie sehr wünschte ich mir die kluge und beherzte Naomi Klein in der Position unserer mächtigen Kanzlerin, die nicht dem Wohl ihre BürgerInnen, sondern einzig dem Kapital zu Diensten zu sein scheint.

(Quelle: Frankfurter Rundschau)

zurück