Zwei Städte, zwei Menschen, zwei Botschaften

14.09.2014

Liebe Freunde,
zwei Städte, zwei Menschen, zwei Botschaften

Fogliano Redipuglia:
Mit einer Anklage gegen Waffenhändler und Kriegshetzer hat Papst Franziskus der Toten aller Kriege gedacht. "Der Krieg ist ein Wahnsinn", rief er vor mehr als 100.000 Menschen aus.
Wie 1914 entstünden auch heute Kriege durch geopolitische Pläne, Geldgier, Machthunger und die Interessen der Waffenindustrie. "Und diese Terrorplaner, diese Organisatoren der Konfrontation wie auch die Waffenhändler haben in ihr Herz geschrieben: 'Was geht mich das an?'", sagte Franziskus am Samstag während einer Messe an der italienischen Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs in Fogliano Redipuglia.
„Geldgier und Machthunger“ in dieser Rede wurde oft zitiert in den Medien. Erstaunlich oft wurden die „Interessen der Waffenindustrie“ dabei ausgeklammert. Aber vielleicht habe ich ich mich ja auch verlesen…

Washington:
Derweil hält Dick Cheney Hof. Dieser Cheney, der die treibende Kraft der Invasion im Zweistromland war, der Wasserfolter-Cheney, der Geheimgefängnisse im „Krieg gegen den Terror“ unterhielt, wittert nun sein Comeback. Der Saal im American Enterprise Institute, einem konservativen Thinktank, ist bis auf den letzten Platz besetzt, die Gäste erheben sich ehrerbietig von den Sitzen, als der Redner erscheint. Standing Ovation für einen Mörder!
„Wir sind im Krieg. Wir müssen tun, was nötig ist, solange es nötig ist. Bis wir gewonnen haben.“
Als Nächstes, verlangt er, solle der Präsident den Rückzug aus Afghanistan stoppen, er solle eine Militäraktion gegen Iran befehlen, „wenn das geboten ist“. Und beim Verteidigungsetat nicht länger den Rotstift ansetzen.
„Um es zusammenzufassen: Krieg, Krieg und noch mehr Krieg“, wird der scharfzüngige Dana Milbank hinterher in der Washington Post schreiben.
Wer setzt den alten Mann endlich mal auf einem Schlachtfeld aus, damit er am eigenen Leib spürt, was er anderen antut?

Fogliano Redipuglia:
„Die Geschäftemacher des Krieges verdienen damit viel Geld und haben durch ein verdorbenes Herz das Weinen darüber verloren“, sagte Franziskus, der mir immer mehr aus dem Herzen spricht.
Ob er damit die Cheneys dieser Welt gemeint hat?

Quelle: Weser Kurier,rp-online

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