Gebt etwas von eurem Überfluss.

15.09.2014

Liebe Freunde
heute war in der Münchner Abendzeitung ein Artikel zu lesen, der mich fassungslos gemacht hat.
Mitten im schicken Münchner Glockenbachviertel stehen große, alte Häuser. Es gibt Szenecafes und viele Laubbäume und der Mietspiegel liegt zwischen 15 und 8 Euro pro Quadratmeter.
Und es gibt ein Haus Nummer 9.
Hier sollen bald Notunterkünfte für wohnungslose Familien entstehen. Für arme, wohnungslose Münchner Familien.
Dieses Projekt stößt auf Skepsis und scharfe Ablehnung.
Man fürchtet sich vor Kriminalität und Imageschaden im Nobelquartier.
Ein Betreiber eine Multimediashops glaubt nicht, „dass das hier der richtige Standort ist.
Ja wo denn dann, möchte man ihm entgegenhalten. Klar, diese 250 Leute kaufen dir vermutlich deinen Multimedialuxusramsch nicht ab, aber sie wollen doch auch wo leben. Und warum nicht auch mal im schönen Glockenbachviertel?
Sollen sie in Ghettos gesteckt werden? Hatten wir das nicht schon mal? Damals waren es die Juden und die Roma, die Schwulen und die Kommunisten und heute - die Armen!!
„Eine völlige Überbelegung“ finden die Leute in den Cafés und Läden.
„Hundert Kinder dort im Hof und auf der Straße- das wird ein Geschrei ohne Ende!“
Ja das hoffe ich. Ich hoffe auf lautstarkes Kindergeschrei, auf Lachen von Kindern, die endlich eine Wohnung haben und unter Laubbäumen spielen dürfen, die anscheinend nur den Wohlhabenden vorbehalten sind.
Sicher, es gibt auch vernünftige Stimmen und Gott sei Dank sind nicht alle so verblödet und verhärtet. Auf die und deren Widerstand gegen den Widerstand der Erkalteten zähle ich.
Was wäre denn die Lösung, werde ich sicher gefragt werden? Die des Mitgefühls, liebe Leute.
Empfangt sie mit einem fulminanten Fest, nehmt sie in die Arme, feiert und lacht und tanzt mit ihnen und zeigt ihnen, dass sie keine Menschen zweiter Klasse sind, nur weil sie nicht so viel Geld haben wie ihr.
Gebt etwas von eurem Überfluss.
Seid menschlich.

zurück