Sagt NEIN!

16.08.2014

Liebe Freunde,
„mir imponieren nur die Ratschläge, die der Ratgebende selbst beherzigt“ schrieb Rosa Luxemburg, und ich frage mich, wie viele der kriegsbereiten Kommentatoren ihre Ratschläge wohl selbst in die Tat umsetzen würden.
Ist es nicht viel einfacher kriegerische Handlungen zu fordern, wenn man sie anderen überlässt? Gut bezahlten Söldnern, entmenschlichten Militaristen? Wer möchte sich schon ins Gemetzel stürzen, wer von all den gewaltbegeisterten virtuellen Kriegern?
Wer möchte seinen Kopf hinhalten?
Wäre es nicht besser ihn zu gebrauchen?
Gibt es wirklich keine Alternativen zum weiter und wieder und wieder bewaffnen, oder sind wir einfach zu faul, zu müde, zu gehirngewaschen um neu zu denken?
Friedvoll zu denken? Helfen ohne auch zu morden?
Zieht selbst, unter Einsatz eures Lebens, in den Kampf, dann zoll ich euch wenigstens meinen Respekt - auch wenn ich es persönlich nicht für richtig halte.
Aber vom Schreibtisch aus Bomben werfen ist einfach nur feige.
Ich habe Staaten noch nie vertraut und Armeen schon gar nicht. Es wird gelogen und vertuscht und verfälscht, wenn man uns Kriege schmackhaft machen will. Und egal was wir hier und auf Facebook fordern - die Mächtigen werden jetzt sowieso machen, was sie sich schon lange vorgenommen haben.
Aber wir können uns hier und heute zu wappnen beginnen gegen ihre Propaganda, ihre Beeinflussung, ihre Militarisierung, damit wir, wenn wir gefordert sind, den Mut haben Nein zu sagen.
„Du. Dichter in deiner Stube. Wenn sie dir morgen befehlen,
du sollst keine Liebeslieder, du sollst Haßlieder singen,
dann gibt es nur eins :
Sag NEIN!“
Wolfgang Borchert wußte im Gegensatz zu den vielen ach so mutigen kriegswilligen Kommentatoren, von was er schrieb.
"Sag NEIN!" - ist der bittere und bittende letzte Schrei, den er noch mit letzter Kraft hervorbrachte bevor er 26-jahrig und nach langer, schmerzhafter Krankheit am 2o.November 1947 in Basel starb.
„Du. Mutter in der Normandie und Mutter in der Ukraine, du, Mutter in Frisko und London, du, am Hoangho und am Mississippi, du, Mutter in Neapel und Hamburg und Kairo und Oslo - Mütter in allen Erdteilen, Mütter in der Welt, wenn sie morgen befehlen, ihr sollt Kinder gebären, Krankenschwestern für Kriegslazarette und neue Soldaten für neue Schlachten, Mütter in der Welt, dann gibt es nur eins:
Sagt NEIN! Mütter, sagt NEIN!“

Und wenn sie mich steinigen würden- das bleibt mein Credo:
Sage NEIN!

zurück