Der Liebe zuliebe.

24.07.2014

Liebe Freunde,

Den Buddhisten ist Hass ein Geistesgift,
dug gsum,
eine Geistesverschmutzung,
eine der drei Wurzeln des Unheilsamen.
Und in einer Geschichte der Sufis heißt es:
Hass ist,
wie wenn man Gift zu sich nähme,
in der Hoffnung
damit seinen Feind zu töten.
Und wer hasst, kann sich des größten Geschenkes der Liebe nicht erfreuen:
der Vergebung.
Wenn wir unseren Feinden vergeben,
lernen wir auch uns selbst zu vergeben.
Und nur dann wird es uns möglich sein,
aus unserem hasserfüllten Kosmos auszubrechen
und mit zu fühlen mit dem Leid des Gegners.
und somit auch selbst den Weg des Friedens zu gehen.
Ein chinesisches Sprichwort sagt:
Jedes Ding hat drei Seiten:
Eine, die Du siehst,
eine, die ich sehe
und eine, die wir beide nicht sehen.
Keiner Ideologie, keinem politischen Machthaber
war je daran gelegen,
den Feind wirklich zu verstehen.
Ideologien nähren sich an ihrem jeweiligen Feindbild,
sie wachsen daran,
bis sie letztendlich zerplatzen und wieder neue Feinde gebären.
Und solange wir ihnen blind vertrauen,
werden wir immer wieder
gehorsam die Namen unserer Metzger skandierend
zur Schlachtbank marschieren.
Letztlich sind wir nur Kanonenfutter,
denn solange auch nur ein Mensch am Krieg Geld verdient,
wird es Kriege geben.
Wie es aussieht, werden wir diese Welt nicht friedlicher machen.
Aber wir sollten es trotzdem versuchen.
Der Liebe zuliebe.

Konstantin Wecker
24.Juli 2014

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