Mein bescheidener Ostergruß

19.04.2014

Liebe Freunde,
manchmal muss die "große Politik" einfach innehalten. Manchmal gibt es Momente eines persönlichen, privaten Schmerzes, der alle noch so hehren Ziele hinfällig werden läßt.
Ich bin zur Zeit in Asien, also räumlich etwas näher an dem schrecklichen Schiffsunglück in Südkorea, bei dem fast 300 Schüler vermisst werden.
Die Zeitungen hier sind voll davon, gerade kam die Meldung, dass sich ein stellvertretender Schuldirektor das Leben genommen hat.
Wer Kinder hat weiß, dass es kaum einen größeres Leid geben kann, als den Verlust des eigenen Kindes. Wenn ein Kind vor den Eltern das Zeitliche segnet.
Ich muss sehr oft weinen in diesen Tagen, wenn ich mir den unsäglichen Schmerz vor Augen halte, der Angehörige überfallen muß, wenn sie von einer Sekunde auf die andere vom ach so sinnlosen Tod ihrer Kinder benachrichtigt werden.
Und dann auch noch eine letzte SMS zugesandt zu bekommen, in der steht: "Mama, vielleicht kann ich dir gleich nicht mehr schreiben, aber ich liebe dich."
Von einer Sekunde auf die andere kann sich unser oft so eitel wohlgefühltes Leben verwandeln in ein dunkles Loch aus dem es kein Entrinnen mehr zu geben scheint.
Alle sind wir gefährdet diesen Schrecken zu erleben.
Und wir haben nur die Möglichkeit mitzufühlen, mitzuweinen. Gläubige können beten.
Lasst uns diesen bedauernswerten Menschen unser warmes Gefühl des Mitleidens schicken.
Auch über tausende von Kilometern weg, unbekannterweise.
Vielleicht bewirkt es ja etwas.
Und lasst uns nie vergessen, wie zerbrechlich das Haus des Lebens ist, in dem wir zu Gast sind.
Und lasst uns daran arbeiten, dass wir nicht noch zusätzliches Leid schaffen durch Kriege. Denn in jedem Krieg gibt es Eltern, die um ihre Kinder weinen.
Schicksalsschläge wie so ein Unglück wird man wohl nie verhindern können.
Aber Kriege können wir vielleicht verhindern.
Das war mein bescheidener Ostergruß.
Ganz ohne große Politik.

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