"Wir sind der Staat"

17.01.2014

Liebe Freunde,
unser Bundespräsident, der Freiheitskämpfer Pastor Gauck, hat den Schafspelz abgelegt. In einer Rede, die so klingt als wäre sie von der Deutschen Bank und von Nestle gesponsort, beklagt er sich, dass der Begriff Neoliberalismus in Deutschland so negativ besetzt sei.
Viele Deutsche hielten die Marktwirtschaft nicht für gerecht, sondern beklagten Gier und Rücksichtslosigkeit, sagte Gauck. Ebenso klinge das Wort Freiheit für manche bedrohlich.
In der Tat, Herr Gauck, die Freiheit der Banken zum Beispiel ist außerordentlich bedrohlich.
Nicht nur der Tagesspiegel jubelt. Diese Rede käme gerade zur rechten Zeit. Denn - man will es gar nicht glauben - die "Bundesregierung fremdelt mit dem Wettbewerbsgedanken und kümmert sich lieber um Umverteilung und um Mindestlöhne". Wohne ich in einem anderen Universum? Unsere GROKO?
Der Bundespräsident wünscht sich mehr intellektuelle Redlichkeit und mehr historisches Bewusstsein für das breite Spektrum der Liberalität.
Eine intellektuell stets redliche Journalistin, die bestechend kluge Daniela Dahn, hat ein Buch geschrieben, das ich Herrn Gauck wärmstens empfehle.
In "Wir sind der Staat" schreibt sie:
"Priorität im Rechtsdenken hat nicht das Recht auf Arbeit und Kultur, das Recht auf Gesundheit in einer intakten Umwelt, das Recht auf Leben und Altern in Würde, eben das Recht auf Freiheit und Unabhängigkeit, sondern das Recht auf Einfluss durch Eigentum."
Sehr verehrter Herr Gauck, ich weiß nicht was Sie unter intellektueller Redlichkeit verstehen, so wie mir viele ihrer eher vagen Sätze ziemlich nebulös erscheinen, aber was sagen Sie dazu:
Privatbanken erhalten von uns Bürgern über unsere Bundesbank Traum-Kredite zu einem Zinssatz von 1 Prozent. Einlagen der Privatbanken bei der Bundesbank werden mit 4 Prozent verzinst.
Wir haben keine Chance dem zu widersprechen. Mag vielleicht unter vielen anderen Punkten daher der schlechte Ruf des Neoliberalismus rühren? Es ist nämlich u n s e r Geld!!
Der Dispokredit für Finanzschwache und Normalverbraucher liegt derzeit bei über 17 Prozent.
Frau Dahn schreibt:" Wer angesichts dieser Unverschämtheit nicht zum Radikaldemokraten wird, hat offenbar viel Geld zu verschenken."
Daniela Dahn for president!

Daniela Dahn
Wir sind der Staat
Rowohlt

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