Ein wunderbarer, großer Mensch ist von uns gegangen

07.12.2013

Liebe Freunde,
ein wunderbarer, großer Mensch ist von uns gegangen. Politiker der ganzen Welt überschlagen sich in hymnischen Ehrerweisungen. Manche mögen es ehrlich meinen. Hier auf dieser Seite, dessen bin ich mir sicher, meinen es alle FreundInnen von Herzen ehrlich. Aber vielen Politikerinnen würde ich gerne entgegenhalten: was nützt es, ihn, den bewundernswert Aufrechten, zu loben, wenn man seine Botschaft nicht ernst nimmt?
Und einigen älteren Politikern kann man mit Fug und Recht zurufen:
"Wie hieltet ihr früher zu ihm? Als er im Jahr 1988 gemeinsam mit anderen Vertretern des ANC von der US-amerikanischen Regierung unter Ronald Reagan für seinen Kampf gegen das Apartheid-Regime als „Terrorist“ auf eine Watch List gesetzt wurde. (Erst im Jahr 2008 wurde er unter George W. Bush von dieser Liste gestrichen!) Wo war euer Aufschrei als Margaret Thatcher ihn einen „Terroristen“ nannte?"
In meinem Lied über die "Weiße Rose" habe ich geschrieben:
"Ihr wärt heute genauso unbequem
wie alle, die zwischen den Fahnen stehn
denn die aufrecht gehn, sind in jedem System
nur historisch hoch angesehen!"
Um nur ein Beispiel von vielen zu nennen:
Noch 1988 war der damalige CSU-Chef Franz Josef Strauß Ehrengast von Außenminister Pik Botha. Die Abschaffung der Apartheid sei "unverantwortlich" und die Gleichstellung der schwarzen Mehrheit "nicht wünschenswert", sagte Strauß damals. Treffen mit ANC-Vertretern lehnte er ab. Bei einem Auftritt vor Buren rief er: "Nie in meinem 40-jährigen politischen Leben habe ich eine so ungerechte und unfaire Behandlung eines Landes erlebt, wie sie Südafrika widerfährt."
Die CSU hat sich bis heute nicht von diesem Lügner und Pinochet-Freund distanziert. Im Gegenteil. Er wird in manchen CSU - Kreisen immer noch als Held gefeiert. Unser Flughafen ist nach ihm benannt und ich frage mich, wann endlich eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen wird, diesen Namen zu ändern. Zum Beispiel - als Wiedergutmachung- in "Nelson Mandela Airport".
Guter Hoffnung bin ich da allerdings nicht. Immerhin sind wir Bayern ja gestraft genug:
Lebenslänglich CSU.

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