Wir brauchen keine Geschichtsklitterung

10.11.2013

Liebe Freunde!
Der ARD fällt zum 75. Jahrestag des antisemitischen Novemberpogroms 1938 nichts anderes ein, als einen Themenabend über einen Wehrmachtsgeneral zu bringen? Jutta Ditfurth weist dankenswerterweise auf diesen Skandal hin. Wir brauchen keine Geschichtsklitterung, und für mich stellen übrigens die Parolen "Nie wieder Krieg!" und "Nie wieder Auschwitz!" nach wie vor keinen Widerspruch dar. Im Gegenteil: beides gehört zusammen, für ein friedliches, liebevolles, achtsames Zusammenleben auf dieser - trotz allem - immer noch wunderschönen Erdkugel!

DIE ARD UND DER ROMMEL-ABEND
Über die Reichspogromtage und -nächte
vom 6.-13. November 1938

Die ARD, das erste öffentlich-rechtliche Fernsehprogramm, hat es ungeheuerlicherweise fertig gebracht, ausgerechnet am 9. November 2013 einen Rommel-TV-Abend zu veranstalten. Dies ist nur ein Element in dem langjährigen Versuch, nicht-jüdische Deutsche mehr und mehr als Opfer und die Generäle – wie Rommel – als bedauernswerte, gebrochene Männer darzustellen, die doch nur das Beste "für Deutschland" wollten. Die Blutspur, die sie durch Europa zogen, bleibt nebensächlich. In diese geschichtsklitternde Reihe gehören auch Filme wie "Die Flucht", "Dresden" und "Unsere Mütter, unsere Väter".

Heute empfehle ich als Gegenmittel und Mittel der Aufklärung diese Bücher:

Markus Roth, Sascha Feuchert, Christiane Weber (Hg.):
Eine Nacht im November 1938 - Ein zeitgenössischer Bericht von Konrad Heiden
Wallstein Verlag, Göttingen 2013
192 Seiten, 19,90 Euro

Raphael Gross:
November 1938 - die Katastrophe vor der Katastrophe
C.H. Beck Verlag, München 2013
128 Seiten, 8,95 Euro, auch als e-book erhältlich

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