Flüchtlinge + Nachtrag

30.06.2013

Wie wir mit Flüchtlingen umgehen, sagt so viel über unsere Gesellschaft aus - und leider nicht viel Gutes. Wie verzweifelt muss man sein, um so einen Hungerstreik durchzuführen? Und wie hartherzig, um die Hungerstreikenden so zu behandeln... ? Jetzt hat also die Polizei das Protestcamp geräumt. Ein trauriger Tag für München.

Nachtrag zu einigen facebook Kommentaren:

Liebe Freunde,

ich bin entsetzt und schäme mich für einige Kommentare hier auf meiner Seite. Und ich bin erzürnt über die Ignoranz all derer, die so kaltherzig betonen, dass der Staat nicht von diesen Verzweifelten erpresst werden darf.

Fällt euch denn nicht auf, dass der Staat andauernd erpresst wird? Vor drei Tagen habe ich gepostet, wie Mercedes und BMW mit Hilfe unserer Kanzlerin die EU erpresst haben. Tausende von Lobbyisten erpressen tagtäglich den Staat, die Superreichen und die Konzerne erpressen den Staat und damit uns alle, wenn sie mit Standortverlegung drohen - und jetzt versuchen die Ärmsten der Armen mit dem Einsatz ihres Lebens etwas würdigere Bedingungen herauszuschlagen - und plötzlich fällt diesen Damen und Herren Kommentatoren auf, dass der Staat nicht erpresst werden darf.

Na klar, die Armen haben sich ihre Almosen hierzulande, wenn schon, dann gefälligst durch Demut zu verdienen. Aber wehe sie mucken auf.

Ich jedenfalls steh zu den aufmüpfigen Armen, mein Herz haben sie erreicht. Sie sollen sich wehren wo und wie sie können, nicht demütig, sondern zu Recht selbstbewusst, sie sollen sich erheben gegen die brutale Erniedrigung und Ausbeutung der armen durch die reichen Länder, sie sollen uns die Augen öffnen über das Unrecht, das ihnen schon so lange geschieht. Und wir sollten sie unterstützen, anstatt sie allein zu lassen.

Von einer „kannibalischen“ Weltordnung spricht Jean Ziegler, von der „Massenvernichtung in der dritten Welt“.

Jetzt haben wir die Chance, ein bisschen was davon wieder gut zu machen, wieder mal vertan.

Natürlich wurde das Camp jetzt geräumt um keine Verhungernden in der Innenstadt zu haben. Der Anblick könnte ja uns nicht Hungernden am Einkaufen hindern.

Empört euch! Solidarisiert euch!

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