Die Chancen für eine globale Bewegung

04.07.2013

Liebe Freunde,

ich bin bekanntlich kein Freund des Militärs, und da ist mir ziemlich egal, um welches Militär es sich handelt. Und wenn Panzer vor einem Präsidentenpalast auffahren, denke ich zunächst an Chile, 1973. Was wir aber die letzten Tage in Ägypten erlebt haben, scheint mir doch ganz anders gelagert zu sein. Hier hat das Militär eingegriffen, weil die Regierung der Muslimbrüder andernfalls von den rebellierenden Massen abgesetzt worden wäre. Und es hat sich, wie es aussieht, erst mal auf die Seite des rebellierenden Volkes geschlagen. Auf den Straßen haben Millionen demonstriert, es wurde landesweit gestreikt, halb Ägypten war auf den Beinen – um innerhalb von kaum drei Jahren nach Mubarak und dem Generalfeldmarschall Tantwani zum dritten Mal eine Regierung durch Volksaufstand zu stürzen. Was für eine massendemokratische Kraft!

Eine junge Ägypterin sagte, wir hier im Westen, mit unserer parlamentarischen Demokratie, sollten mal dabei sein und erleben wie sich direkte Demokratie inmitten von hunderttausend friedlichen Menschen anfühlt. Ein Gefühl, das den meisten von uns schon lange abhandengekommen ist.

Die Gefahr, dass sich der arabische Frühling in Richtung eines radikalen Islamismus entwickelt, ist – wie auch mein Freund Prinz Chaos, alias Commander Shree Stardust im angehängten Video argumentiert - seit gestern deutlich geringer geworden. Größer sind – auch nach den Massenprotesten in der Türkei, in Brasilien, in Portugal – die Chancen geworden, dass jetzt eine globale Bewegung für Demokratie und Gerechtigkeit ins Rollen kommt. Und die ist – siehe Edward Snowden! - überfällig: geradezu überlebenswichtig für unsere Freiheit. Übrigens auch in Deutschland...

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