Mörder soll man Mörder nennen

17.05.2013

Schon 2011 hatten Prüfer des Bundesrechnungshofs Vertragsunterlagen für die bewaffnete Drohne "Euro-Hawk" und auch Statusberichte über das Drohnenprojekt bei der Bundeswehr angefordert.

Dabei sei es zum Eklat gekommen, heißt es: Das Ministerium verschickte zwar Verträge und Berichte, schwärzte diese aber an entscheidenden Stellen unter Verweis auf eine Geheimhaltungsklausel mit der US-Industrie. (SZ)

Was bitte soll uns das sagen? Dass die Bundeswehr irgendwelche dunklen Geschäfte macht mit Geld, das ihr nicht gehört?

Dass die von uns gewählten Parlamentarier nicht mal mehr das demokratische Recht haben zu erfahren, wofür unsere Gelder verschwendet werden? Freundliche Menschen sagen, de Maiziere sei ein Vollidiot. Er hat immerhin 300 Millionen verbrannt für ein Projekt, das für jeden klar denkenden Menschen von Anfang an ein völlig sinnloses Unterfangen war.

Ich glaube nicht, dass unser Kriegsminister ein Idiot ist.

Ich glaube, er weiß genau was er tut und deshalb ist er gefährlich. Er verschwendet unsere Gelder, um eine Branche zu unterstützen, die mit Mord ihr Geld verdient: die Rüstungsindustrie!

Sie halten doch alle zusammen, die großen Waffenhersteller der Welt und verkaufen und kaufen und dann brauchts wieder einen Krieg, um die Waffen zu testen, und noch einen Krieg um sie zu vernichten und dann bauen sie neue Waffen und kaufen und verkaufen und klüngeln zusammen und bestechen und halten die Hand auf und denken sich neue mörderische Pläne aus, denn ihr Geschäft ist nun mal der Mord.

Ich möchte hier noch einmal an Kurt Tucholsky erinnern, der 1931 unter dem Pseudonym Ignaz Wrobel den berühmten Satz schrieb: „Da gab es vier Jahre lang ganze Quadratmeilen Landes, auf denen war der Mord obligatorisch, während er eine halbe Stunde davon entfernt ebenso streng verboten war. Sagte ich: Mord? Natürlich Mord. Soldaten sind Mörder.“

Und Waffenhersteller sind das für mich ganz genauso.

P.S.:
Wiglaf Droste hat dem in seiner unvergleichlichen Schärfe noch eins draufgesetzt:

Mörder darf man sie nicht nennen
Denn Soldaten sind sensibel
Legen Hand auf Herz und Bibel
Fangen dann noch an zu flennen:
"Ihr sollt uns nicht Mörder nennen!"

Ja, wie soll man sie denn nennen?
Faxgeräte? Sackgesichter?
Zeugungsfähiges Gelichter?
Freddies, die auf Totschlag brennen?
Weder Geist noch Güte kennen?
Oder sind sie Schnabeltassen?
Tennisschläger? Liebestöter?
Kleiderständer? Brausepöter?
Die sich das gefallen lassen:
"Schütze Arsch! Los! Essen fassen!"
Sind sie vielleicht Käsesocken?
Die auf Pils und Deutschland schwören?
Und gern "Tote Hosen" hören?
Wenn sie auf der Stube hocken
Und um Gonokokken zocken?

Ach, wie soll man Mörder nennen?
Man zerfleddert nur die Wörter
Nennt man Militärs nicht Mörter.

Selbst wer schlicht ist, muß erkennen:

Mörder soll man Mörder nennen.
(Wiglaf Droste)

youtube video

Dieses Lied haben Mercedes Sosa und Joan Baez, diese wunderbaren und mutigen Pazifistinnen gesungen, als wir zusammen auf Tour waren. Ich möchte hiermit auch noch einmal der leider viel zu früh von uns gegangenen Mercedes gedenken.

zurück