Zuerst das Bewusstsein und dann das Handeln!

28.01.2013

Liebe Freunde,

einigen Kommentaren zum letzten Beitrag über das unsägliche „Dschungelcamp“ entnehme ich, dass so mancher glaubt, eine kritische Betrachtung der Vorgänge im ach so ausschließlich unterhaltenden und sonst nicht schädlichen Medienbetrieb sei per se schon „links“, „linksextrem“ oder gar „nordkoreanisch“, wie ein Kommentator zu meiner Belustigung schrieb.

Oder: „wir leben nicht einem Arbeiter und Bauernstaat...“

Bei allem Respekt der Meinung Andersdenkender gegenüber - aber bitte: Seid ihr noch zu retten?

Sich Gedanken machen zu dürfen ausserhalb des vorgegebenen Denkhorizontes ist ein wunderbares Menschenrecht, eine Chance sich selber Flügel zu verleihen, eine Freiheit, die uns in autoritären Regimen verweigert wird!

Alles, aber wirklich alles, was wir erleben, steht nicht isoliert in einem luftleeren, entpolitisierten Raum, und wenn RTL, dieser Sender, dem es noch nie um Bildung, Meinung oder Mitgefühl ging, dieser Sender, der ausschließlich der Gewinnmaximierung verpflichtet ist, dieser Sender, an dem Bertelsmann 90,4 Prozent der Anteile hält wie an zahlreichen Tageszeitungen, die mit Bertelsmann verflochten sind, wenn dieses unsägliche RTL, mit seinen unglaublich schlechten Sendungen, etwas produziert, das alle Menschen vor den Bildschirm lockt, denen jede Chance auf Bildung immer mehr verwehrt wird, ja, verdammt nochmal, darf man da nicht einmal anfangen nach-zu-denken??? Nachzudenken über Zusammenhänge, Verflechtungen, Abhängigkeiten und - nicht zuletzt dieses! - über unglaublich schlechten Geschmack? Und eben: über Politik?

Das ist kein Gejammere, damit will man niemandem die gute Laune verderben - nein, Freunde, das sollte ein Vergnügen sein, dieses Nachdenken, eine Befreiung, die Gedanken mal dorthin fliegen zu lassen, wo sie noch nie gewesen sind!

Und dann, ja, wenn man sich geöffnet hat, manchmal sogar dem Unfassbaren, dann kann man auch wieder etwas verwerfen, für nicht gut befinden.

Mir fällt immer wieder auf, dass gerade diejenigen einem gerne ideologische Scheuklappen andichten, die selber vor lauter ideologischer Blindheit nicht mehr geradeaus schauen können.

Auch wenn die fanatischen Anhänger des Neoliberalismus gerne so tun, als wären alle anderen Ideologen: Der Unsinn von der Freiheit der Märkte, die alles von selbst regeln, d a s ist die derzeit herrschende gnadenlose Ideologie.

Dieser Ideologie, die überall gescheitert ist und dennoch mit abscheulichen Kriegen gewaltsam durchgesetzt wird, dieser furchtbaren Fehlinterpretation von Freiheit, werden wir nur entgegentreten können, wenn wir uns Klarheit über die Hintergründe verschaffen.

Zuerst das Bewusstsein und dann das Handeln!

Ich halte dieses für die einzige Möglichkeit, Ideologien welcher Art auch immer den Garaus zu machen.

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