Zur US-Wahl

08.11.2012

Liebe Freunde,

wie Jakob Augstein in seinem klugen Artikel über den „Untergang des amerikanischen Imperiums“ schon geschrieben hat, ist das Schicksal Amerikas kein Betriebsunfall des Systems, sondern seine Konsequenz. Weder Obama konnte daran etwas ändern, noch wird er es ändern können. Es ist der „totale Kapitalismus, der die Macht hat, das Land zu zerstören.“ Egal unter welchem Präsidenten müsste man resignierend hinzufügen.

Und trotzdem hab ich mich gefreut wie ein Schneekönig über den Sieg Obamas. Und wenn es nur - nach bitteren Erfahrungen mit George W. Bush - die Freude ist darüber, dass der klügere, empathischere und intellektuellere Kandidat gewonnen hat.

Liest man die Wahlanalysen wird eines offensichtlich:

Frauen, Afro-Amerikaner und Latinos sind einfach klüger als alte weisse konservative Männer mit Hochschulabschluss.

Und wenn man sich den von Gott gerechtfertigten Rassismus in den Aussagen einiger Generalautoritäten der Mormonen vor Augen hält, kann man nur eben diesem von allen so vereinnahmten Gott danken, dass Herr Romney diese Wahl verloren hat.

„Im weiteren Sinne haben Kastensysteme ihren Ursprung im Evangelium selbst und wenn sie gemäß göttlichem Erlass handeln, sind die resultierenden Restriktionen und Rassentrennungen richtig und korrekt und erhalten die Zustimmung des Herrn. Um dies zu illustrieren: Kain, Ham und die gesamte Negerrasse wurden mit einer schwarzen Hautfarbe verflucht, das Zeichen Kains, damit sie als abgesonderte Kaste (Gesellschaftsschicht) erkannt werden können - ein Volk, mit dem die Nachfahren Adams keine Mischehen eingehen sollten."
(Mormonen Apostel Bruce R. McConkie, Mormon Doctrine, S. 108-109, 1966 Ausgabe)

Entschuldigt wenn ich ausfallend werde - aber wie gehirngewaschen, verblendet und verblödet muss man sein, um diesen rassistischen Schwachsinn ernst zu nehmen und dafür auch noch zu missionieren?

Euer Konstantin

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