Gefrornes Licht

25.08.2012

Liebe Freunde,

ich hab mich sehr über die zahlreichen Kommentare zu meinem Wutausbruch gefreut. Einen einzigen musste ich bei facebook entfernen, weil ich persönliche Beleidigungen aus der rechtsnationalen Ecke nicht hinnehme.

Nun werde ich mich zwei Wochen meiner Familie widmen und wünsche uns, trotz der politischen Trübung, sonnige und friedliche Tage.

Vielleicht findet dieses stille Gedicht jüngerer Zeit ja einen Platz in eurem Herzen.

Wenn durch den Dom von sommergrünen Bäumen
die Lichter wie ein Segen niedergehn
und als Kristalle in den Zwischenräumen
von Laub und Ast und Himmel stehn,

da ahnst du, dass, was scheinbar fest gefügt
und uns sich als die Wirklichkeit erschließt,
nichts als ein Bild ist, das sich selbst genügt,
durch das verträumt ein großer Atem fließt.
Du magst es greifen, du begreifst es nicht
was du auch siehst ist nur gefrornes Licht.

Wenn sich in solchen seltnen Stunden
des Daseins Schönheit leise offenbart,
weil sich - sonst nie so leicht verbunden-
das Ahnen mit Erleben paart,

dann zögre nicht, dich zu verwandeln
nimm diese Stunde tief in dich hinein.
So aus der Zeit erübrigt sich das Handeln
und in der Leere offenbart sich erst dein Sein.
Du magst es greifen, du begreifst es nicht.
Was du auch siehst ist nur gefrornes Licht.

Konstantin Wecker
"Jeder Augenblick ist ewig"
dtv

Ich wünsch euch alles Liebe
Konstantin

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