Nachruf auf Herbert Rosendorfer

20.09.2012

Liebe Freunde,

es ist so traurig! Schon wieder ist ein wirklich guter Freund und Kollege, ein großartiger Mensch und Schriftsteller gestorben. Herbert Rosendorfer ist heute morgen eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht.

Noch im Mai war ich als Gast bei ihm und seiner Familie in Südtirol und wir haben zusammen ein Hörbuch aufgenommen mit seinen Glossen und Kurzgeschichten. Ich wußte, dass er krank war, aber er war so lebendig, witzig und herzlich, dass keiner auch nur im Traum daran dachte, dass das Ende so nah sein könnte. Abwechselnd haben wir aus seinen Texten gelesen, bei ihm zu Hause, und mir wurde in diesen Tagen wieder bewusst, was für ein Geschenk es ist, mit diesem großen Mann befreundet sein zu dürfen. Einer der letzten enzyklopädisch gebildeten Menschen, der aber dieses Wissen und diese ungeheure Bildung nie als Waffe benutzte im Gespräch und nie überheblich war, dessen Ratio nie die Anbindung an das Herz und vor allem an den Humor verloren hatte.

Mit ihm über Wagner zu sprechen war Bereicherung, über Gott zu philosophieren eine Freude, er konnte Klavier spielen, er komponierte, schrieb nebenbei ein paar Bücher über die deutsche Geschichte und verzauberte mich und meine Freunde im letzten Jahr noch einmal total mit dem „Meister“, einem seiner letzten Romane.

Um ihn gebührend zu ehren sollten wir ihn lesen. Also Freunde, lest wieder Rosendorfer, nichts wird ihm nun mehr Freude bereiten.

Ruhe in Frieden, lieber Freund!

kurier.at

Dein
Konstantin

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