Meine rebellischen Freunde

24.04.2012

Liebe Freunde,

zu meinem 65. im Juni wird ein Lesebuch erscheinen, das ich „Meine rebellischen Freunde“ genannt habe. Dort werde ich mit Auszügen aus ihren Texten über 50 DichterInnen und WissenschaftlerInnen vorstellen, die mir in meinem Leben Mut gemacht haben, mich angeregt haben weiter zu machen, wenn ich kurz davor war aufzugeben.

Ob Oskar Maria Graf oder Arno Gruen, Rosa Luxemburg oder Bertha von Suttner, Hannes Wader, Bernie Glassmann ,Arundhati Roy, Dostojewski und eben viele, viele mehr - Menschen, denen ich viel zu verdanken habe, weil sie mich inspirieren konnten, viele persönlich, manche nur durch ihr Werk.

Vielleicht entdeckt ihr einige auch als eure Freunde wieder, vielleicht findet ihr dadurch neue Freunde!

Hier ein kleiner Auszug meines Vorwortes:

Die Poesie des Widerstands
Als Jugendlicher hatte ich oft das Gefühl, allein gegen die ganze Welt zu stehen. Niemand in meinem Umfeld teilte meine Ideen und Utopien. Meine Eltern standen mir zwar nahe, doch in der Pubertät will man ja nicht unbedingt von seinen Eltern verstanden werden, man will Gleichgesinnte außerhalb des Elternhauses finden, neue geistige Welten erobern und Menschen begegnen, die einem den Weg zu neuen Ufern weisen. In dieser Zeit wurden die Dichter meine Freunde. Sie waren es, die mich aus der Einsamkeit rissen, mir Mut machten, mich davon überzeugten, dass es noch andere Welten, Weiten, Universen gibt, die mir weit vertrauter erschienen als die kleine Welt dieses konservativen und noch von vielen Altnazis beherrschten bayerischen Gymnasiums, an dem ich meine Jugend verbrachte. Mit meiner Liebe zur Poesie entdeckte ich die geistige und rebellische Kraft der Worte. Ich lebte mit den Versen von Georg Trakl, Rainer Maria Rilke, Georg Heym, Gottfried Benn und litt mit den vielen Dichtern des Expressionismus, die in den Schützengräben des1. Weltkriegs bluteten. Ich war berührt, betört und berauscht von ihrer Dichtung. Diese Dichter wurden mir zu Freunden. Sie waren es, die gegen die Windmühlen einer verständnislosen Welt anrannten.

Diese Verzauberung durch Worte, diese Begeisterung, mich von der Poesie in eine eigene Welt entführen zu lassen und Metaphern für wahrhaftiger zu halten als die Realität, ist mir bis zum heutigen Tage erhalten geblieben. Und noch heute finde ich Zuspruch und Trost bei den Dichtern, in oft bereits zerschlissenen Büchern, die ich immer wieder zur Hand nehme. Von deren Visionen lasse ich mich entführen in eine Welt, die mir manchmal wirklicher erscheint als die so genannte Wirklichkeit. Es sind die Dichter, die aus der Fülle dessen schöpfen, was uns unverstanden umgibt. Sie bringen das Unsagbare zum Klingen. Niemals dürfen wir die Poesie der Politik opfern.

Vielmehr müssen wir dafür sorgen, dass die Politik von der Poesie lernt. Und wenn sie das nicht kann oder will, dann müssen wir ihr auf die Sprünge helfen – mit Kreativität und Anarchie, mit Musik, Tanz und Gedicht!

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Euer

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