Am 1. Mai in Athen

28.04.2012

Liebe Freunde,

vermutlich könnt ihr euch ja vorstellen, dass ich nicht nach Athen fahre um mich dort mit Bankern und Politikern zu treffen - so aufschlussreich das auch vielleicht einmal wäre, aber dazu ist die Zeit zu kurz.

Ich möchte mich dort mit Menschen treffen die ich verstehe, deren Sprache ich spreche auch wenn ich kein Griechisch kann!- , deren Sorgen ich, wenn es mir denn möglich ist teilen möchte. Ich bitte euch kurz einmal die Propagandabrille abzusetzen die man uns seit einigen Jahren aufsetzen wollte. DIE GRIECHEN sind nicht faul, nicht selbst schuld und was anderen Blödsinn ich sonst noch hören muss bei diesem Thema. Zuersteinmal sind DIE GRIECHEN unsere Freunde, Mitmenschen die nun in Not sind, weil sie von dem Moloch Finanzindustrie betrogen worden sind. Gleichzeitig gab es hierzulande eine beispiellose Schmutzkampagne um uns einzureden, dass „der Grieche an und für sich“ unser wohlverdientes Geld abzocken will, so dass es schon deutsche Urlauber gab, die ein Bier umsonst forderten, weil es doch von unserem Geld finanziert sei.

Lass euch doch bitte nicht verhärten von dem eiskalten Kalkül der neoliberalen Propaganda.

Ich werde zu meiner ganz großen Freude am 1. Mai Mikis Theodorakis treffen, den großen, mutigen und genialen Komponisten und ich werde den Menschen, die nicht zuletzt auch durch unsere Politik in Not geraten sind unsere Solidarität aussprechen, ob das nun hierzulande politisch genehm ist oder nicht.

Rassismus beginnt da, wo wir beginnen Menschen anderer Nationen als weniger wertvoll zu betrachten.


Dazu die Pressemitteilung von Henning Zierock (Büro Heike Hänsel):

Solidaritätsbrücke von Deutschland nach Griechenland Delegation mit Konstantin Wecker am 1.Mai 2012 in Athen

Eine Delegation der Gesellschaft Kultur des Friedens, mit dem Liedermacher Konstantin Wecker, der Bundestagsabgeordneten Heike Hänsel und dem Vorsitzenden der Gesellschaft Kultur des Friedens, Henning Zierock ,wird am 1.Mai 2012 an verschiedenen Kundgebungen und Kulturveranstaltungen in Athen politisch und künstlerisch mitwirken.
Damit soll eine Solidaritätsbrücke zu der unter der Finanzkrise besonders leidenden griechischen Bevölkerung geschlagen werden. Die Delegation will damit auch ihren Protest gegen das derzeitige Spardiktat der EU zum Ausdruck bringen. Gegen ein Europa der Banken, für ein Europa der Menschen.

1. Mai:
10 Uhr, Kotzia Square, zentrale Kundgebung der Gewerkschaften GESEE-ADEDY-EKA 13.30 Uhr, Kaisariani, Skopeytirio Mahnmal der Opfer des deutschen Faschismus, mit Liedern aus der Mauthausen-Kantate in griechisch und deutsch
18 Uhr Treffen mit dem Komponisten Mikis Theodorakis in seinem Athener Wohnsitz

2. Mai:
10.30 Uhr, Ethniki Asfalistiki , Treffen mit mehreren hundert Arbeiter/innen, die von der Krise betroffen sind. Mit dem ehem.
Finanzminister Ioannis Dragasakis und Demetris Stratoulis, Vizepräsident von GSEE

Weitere Treffen sind vorgesehen, z.B. mit Stadtteilkomitees in Athen und sozialen Bewegungen etc.
Journalisten sind eingeladen, die Delegation bei den verschiedenen Programmpunkten in Athen zu begleiten.

TeilnehmerInnen:

Konstantin Wecker besucht erstmals Griechenland und trifft den 86jährigen Komponisten Mikis Theodorakis, dessen Mauthausen-Kantate er gemeinsam mit Maria Farantouri interpretiert hat. Wecker hat in seinen Konzerten bereits eigene Lieder der griechischen Bevölkerung gewidmet.

Heike Hänsel, MdB, hat sich in einer persönlichen Erklärung im Bundestag solidarisch mit der griechischen Bevölkerung erklärt „Wir sind alle Griechen“ , die mehrfach im griechischen Fernsehen gesendet wurde.

Henning Zierock, Leiter des Theodorakis-Chores , hat zusammen mit Theodorakis 1988 die internationale Gesellschaft Kultur des Friedens gegründet, die weltweite Friedensprojekte initiiert und 2003 mit Konstantin Wecker eine Delegationsreise vor dem Krieg in den Irak organisiert hat

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