Die gemeinsame Sehnsucht

12.11.2011

Liebe Freunde,

immer wieder - und auch nach 40 Jahren auf der Bühne - erscheint es mir fast wie ein Wunder, dass ich meine Gedichte vor so vielen Menschen singen darf. Ich bin mir wohl bewusst, dass das in dieser Zeit nicht selbstverständlich ist. und auch wenn es manchmal in der Presse belächelt wird, dass mein Publikum mit mir gealtert ist - ich find es schön mit euch zusammen alt zu werden. Ich finde es spannend, dass viele meiner Generation nicht daran denken, sich aufs Altenteil abschieben zu lassen. als ob Widerstand, Aufgewecktheit und Sinnlichkeit ein Privileg der Jugend sei. Das hat alles nichts mit Alter zu tun, sondern mit Bewusstsein! Und umso erfreulicher ist es dann, wenn doch immer wieder auch junge, manchmal sogar sehr junge Menschen meine alten und neuen Lieder für sich entdecken und den Mut haben auch vor ihren Altersgenossen dazu zu stehen. Eigentlich habe ich mir immer so ein Publikum erträumt: Nicht uniformiert, aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten, dick, dünn, schick, alternativ, alt (mein ältester bekennender Fan ist 100 Jahre alt!) und jung - Individuen eben, die eine gemeinsame Sehnsucht eint, aber keine gemeinsamen Parolen! Vielen Dank euch allen für diese beschwingten und beflügelnden Konzerte. Im Dezember sind wir in der Schweiz und im nächsten Jahr gehts in Österreich und Deutschland weiter. Und hoffentlich ist dann auch mit Wut und Zärtlichkeit kein Ende in Sicht.

Euer Konstantin

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