Mensch unter Menschen

07.05.2016

Liebe Freunde,
nun ist mit dem letzten Konzert in Ingolstadt unsere geliebte „Ohne Warum“ Tournee zu Ende gegangen.
Und ich will mich herzlich bei allen bedanken: bei meinen MusikerInnen und TechnikerInnen, bei allen, die mitgeholfen haben, dass diese Tour stattfinden konnte, bei den MitarbeiterInnen meines Büros und natürlich bei Euch - meinem treuen und wunderbaren Publikum.
Gracias a la vida!
Am Ende jedes Konzertes bedankte ich mich jeden Abend dafür, ein Publikum haben zu dürfen, das über drei Stunden Gedichten zuhört. Was für ein Geschenk! 
Warum bin ich mehr als ein halbes Jahrhundert lang lieber in Gedichte und Musik eingetaucht als in realpolitische Ideen oder Ideologien? Ich habe mir nie darüber Rechenschaft abgelegt. Erst jetzt, im Alter, beschäftigt mich rückblickend diese Frage. Vielleicht hat es ja mit einem Satz Fjodor Michailowitsch Dostojewskis zu tun, den ich erst jetzt zu verstehen beginne: „Mensch unter Menschen zu sein und es auch immer zu bleiben, das ist der Sinn des Lebens, das ist seine Aufgabe.“
Mensch unter Menschen zu sein - kein besserer Mensch unter schlechteren, kein reicherer unter ärmeren, kein schönerer unter weniger schönen, nein: Mensch unter Menschen. Ist das nicht der wirksamste Protest gegen den in unserem Wirtschaftssystem forcierten Leistungsdruck, den Selbstoptimierungswahn? Nichts Besonderes sein zu wollen, damit allein könnte man sich heute von der Masse der Überindividualisierten absondern…. 
Wir werden nicht sehr viel ändern an diesem auch für uns Musiker herzerwärmenden Programm, wenn wir mit „Revolution“ in die open air Saison starten. Natürlich wieder mit Fany, Cynthia, Wolfgang, Jens und Jo.
Aber einige Überraschungen wird es bestimmt geben!
Wir Musiker freuen uns jedenfalls schon sehr auf die „Revolution“

P.S.:
Morgen werde ich, zusammen mit Jo Barnikel, an einer Kundgebung teilnehmen zum 71. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus. Wir werden direkt vor dem vor dem US-AFRICOM, Stuttgart-Möhringen, für ein „Menschenrecht auf Frieden“ demonstrieren.
Mit dabei sein wird das Theodorakis Ensemble, die afghanischen Menschenrechtsaktivistin Malalai Joya, ein ehem. US-Drohnenpilot, ehem. Bundeswehrsoldaten, Flüchtlinge und Henning Zierock von der Gesellschaft der Kultur des Friedens.
Im Anschluss werde ich um 18.00 Uhr in der Martinskirche,Stuttgart-Möhringen, Oberdorfplatz 1, aus meinem neuen Buch „Dann denkt mit dem Herzen“ lesen. Eine Solidaritätsveranstaltung für Flüchtlinge mit vielen Gästen, Musik und Liedern.

 

zurück