Lasst uns diese Welt verändern!

15.05.2016

Liebe Freunde,
der kurze Auftritt Justin Timberlakes gestern hat gezeigt, wie spannend und gekonnt man Musik machen kann. Ich bin kein großer Fan dieses Songs, aber er hat all die kläglichen Soundbreiversuche des Eurovision Song Contest in ihre Schranken verwiesen. 
Wie Hans Hoff in der SZ schreibt „war mit einem Schlag all das, was in den 140 Minuten vorher die Bühne in Stockholm dominiert hatte, entlarvt als netter Versuch jodelnder Möchtegerns, als halbgare Träller-Aufführung im paneuropäischen Dilettantenstadl“.
Vielleicht waren ja bei dem gestrigen Dilettantenstadel auch viele begabte Sängerinnen und Sänger dabei - aber warum beugen sie sich alle dieser musikalischen Durchschnittssauce?
Was könnte man doch aus so einem Contest Spannendes machen.
Ein Europa der Kulturen könnte man zeigen, unterschiedliche Klänge, Rhythmen, Sprachen, Tänze, Hoffnungen und Sehnsüchte - was für großartige Musiker gibt es doch in all diesen Ländern!
Statt dessen hat uns dieser Abend wieder mal bewiesen, dass dieses Europa ausschließlich ein Europa des Marktes ist. 
Und dass die Beiträge dieses Contests weniger mit Musik zu tun haben, als damit, mit musikalischen Mitteln Geld verdienen zu wollen.
(Und wenn man bedenkt, dass beim Publikum eindeutig Russland gewonnen hat, darf man sich schon fragen, welche Europäischen Marktinteressen die Juroren mit dem Sieg der Ukraine im Auge hatten.)
Es gibt so wundervolle SängerInnen, die singen, weil sie ein Lied haben.
Warum hört man von ihnen nichts?
Deshalb.
P.S.:
Am 8. Mai durfte ich mit syrischen und afghanischen Musikern auf einer Demo vor dem Africom vor gerade mal 250 Menschen zusammen musizieren. 
Pfeif auf den Eurovision Song Contest.
Diese Flüchtlinge beweisen mehr Talent und Herzblut als dieser ganze Schlagerausverkauf.
Sie und viele andere bereichern unsere Kultur.
Ich danke euch.
Wie schrieb doch der gute alte Brecht:
„Kultur ist das Vergnügen, die Welt zu verändern.“
Lasst uns diese Welt verändern!

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